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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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Aristoteles, Nikomachische Ethik.

Kopf zurechtsetzen, und überhaupt in allem, was man unter demAusdrucke Tadel und Zuspruch versteht.

19. Wenn man also zugeben muß, daß auch dieser Teil derSeele Vernunft habe, so folgt daraus offenbar, daß auch das Ver-nunfthabende wieder ein doppeltes ist, einmal ein solches, das imeigentlichen Sinne und in sich Vernunft hat, und zweitens einsolches, das fähig ist, auf die Vernunft wie das Kind auf denVater zu hören."

20. Nach diesem Unterschiede bestimmt sich denn auch derBegriff der Tugend verschieden. Unter den Tugenden nennen wirnämlich die einen Verstandestugenden, die anderen sittliche, d. h.Weisheit, Einsicht, Verständigkeit nennen wir Verstandestugenden,Edelherzigkeit und Bescheidenheit dagegen sittliche. Denn wennwir vom sittlichen Charakter sprechen, so sagen wir nicht:Der undderMensch ist weise und klugverständig", sondern:Eristsanftodermaßvoll bescheiden." Trotzdem loben wir aber auch den Weisen,welcher seine Weisheit als eine durch Übung erworbene Fertigkeitbesitzt, und diejenigen durch Übung erworbenen Fertigkeiten, welchelöbliche sind, nennen wir Tugenden.

14. Über diese Unterschiede s. Biese II, S. 241, Anm. 4, undStobä'us, Ethische Eklo'gen, II, 7 (II, 1; S. 36 und S. 244).