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Aristoteles Nikomachische Ethik.
und vegetativer, ich meine damit den objektiven Grund der Er-nährung und des Wachstums. ? Denn diese Art vonKraft derSeelehat man ohneZweifel in allem, was da sich ernährt, undselbstindenEmbryo'nen anzunehmen, und eben dieselbe muß man alsoauchbeiden vollkommen ausgestalteten Wesen anerkennen, und zwar mitbesserem Fug und Grunde, als irgend eine andere. — 12. Die Tu-gend dieser Art von Seelenkraft nun erscheint, wie gesagt, als eine<allenWesen) gemeinsame, nicht als einespezifischmenschliche. DieserTeil oder dieseKraft derSeele scheint nämlichvorzugsweisewährendder Stunden des Schlafes sich wirksam zu zeigen und doch offen-baren der gute und der schlechte Mensch sich als solche am we-nigsten im Schlafe, weshalb man denn auch zu sagen pflegt, daßwährend der Hälfte des Lebens „die Glückseligen von den Unglück-lichen durchaus nicht verschieden seien". ^ — iz. Das ist ganznatürlich, weil der Schlaf eine Unthätigkeit der Seele in Be-ziehung auf dasjenige Handeln ist, nach welchem sie tugendhaftoder schlecht heißt, ausgenommen etwa die Fälle, wenn gewisse Be-wegungen bis zur Seele durchdringen, wo dann die Traumvor-stellungen der guten Menschen bessere sind, als die beliebigeranderer. — 14. Doch genug hiervon! Wir können diesen vege-tativen Teil der Seele beiseite lassen, da er, wie wir sahen, seinerNatur nach mit der menschlichen Tugend nichts gemein hat.
15. Es scheint aber noch eine andere natürliche Seite derSeele vorhanden zu sein, die zwar auch vernunftlos ist, aber doch ineiner gewissen Beziehung zur Vernunft steht. Wir sprechen nämlichsowohl bei dem enthaltsamen, als beidem unenthaltsamen Menschen
7. -»n-,--, s. Biese I, 246.
8. Shakspeare's Macbeth nennt den Schlaf: „den Haupternährerin deS Lebens Fest".
9. Wahrscheinlich aus irgend einem Dichter.
10. Über Aristoteles' Lehre vom Traume s. Biese ll, S. 159—162.Den hier ausgesprochenen Sah von dem Unterschiede der Träume guter undschlechter Menschen wiederholt Aristoteles in den Problemen XXX, 14.Er findet sich schon bei Platon, Staat, IX, Kap. 1., S. 571 o—572d,wo Stallbäum andere Stellen' der Alten (z. B. Ci'cero, Von derWeissagung, I, 29) nachweist.