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Aristoteles, Nikomachische Ethik.
anderem in einem gewissen Verhältnisse steht. Denn wir lobenden Gerechten und den Töpfern und mit einem Worte den Gutenund die Tugend überhaupt wegen ihrer Thaten und Werke, wiewir den Starken und den Schnellen u. s. w. loben, weil sie dieseNatureigenschaften besitzen und dadurch in bezug auf die Leistungvon etwas Gutem und Tüchtigem eine gewisse Befähigung haben.— 3. Dies erhellt aus dem Lobe, welches wir den Göttern zollen;denn sie erscheinen in lächerlichem Lichte, wenn sie aus uns be-zogen werden, was doch der Fall ist, weil alles Lob, wie wir zuvorsagten, aus einer Beziehung entsteht. ^
4. Wenn aber das Lob nur in den Bereich solcher Dinge ^gehört, so folgt daraus, daß es für die höchsten und besten Dingekein Lob gibt, sondern daß ihnen etwas Größeres und Besseres zu-kommt, wie es denn auch wirklich der Augenschein zeigt. Denndie Götter (loben wir nicht, sondern) preisen wir selig und glück-selig, und auch von den Menschen preisen wir die, welche der Gott-heit am nächsten kommen, selig. Und ebenso (wie bei den Per-sonen) verfahren wir auch bei den Gütern. ^ Denn kein Mensch lobtdie Glückseligkeit, wie er z. B. die Gerechtigkeit lobt, sondern er preistsie selig, als etwas, das göttlicher und besser sei. — 5. Darum glaube
1. „Der Unterschied zwischen den (relativ) lobenswerten (incaverchund den an sich verehrungswürdigen (rl^i«) Gütern ist sehr fein, abernicht ungegründet. Es gibt eine Verehrung des Herzens, die bloß dieVortrefflichkeit des Gegenstandes uns ablockt, und eS gibt ein Lob, daswir als einen Lohn austeilen, um einen gewissen Nutzen dafür zu er-halten. Wir loben nicht das, was wir am höchsten schätzen, sondern das,wozu wir andere in ihrem Betragen gegen uns ermuntern wollen."Garve. Wer die Götter lobt, begeht eine Lächerlichkeit, weil er einendirekten Bezug, eine Relation, im Verhältnis der Gottheit zu den Menschenannimmt, was nach Aristoteles eine Absurdität ist (vgl. Biese II, S.346), weil dieselbe dadurch, wie der alte Erklärer der Ethik, der Byzan-tiner Joa'nnes Argyropu'los (lebend um 1434 im Hause des mächtigenFlorentiners Pallas Strozzi), bemerkt, auf eine Stufe mit dem Menschengestellt, anthropomorphisiert wird.
2. D. h. nur bei solchen Dingen statt findet, deren Vorzüge in ihrenBeziehungen zu anderen Dingen bestehen.
3. Nämlich: daß wir die erhabensten und herrlichsten unter denselbennicht mehr loben, sondern an und für sich preisen.