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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
Entstehung
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Erstes Buch. Zwölftes Kapitel.

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die Unglücksfälle, welche ihre Freunde betreffen, die Gestorbenenetwas angehen, aber doch nur in der Art und insoweit, daß der-gleichen dieselben weder glückselig zu machen vermag, wenn sie esnicht bereits waren, noch sonst irgendwie ihren Zustand wesentlichmodifizieren kanns?

Zwölftes Kapitel.

1. Hiernächst wollen wir in betreff der Glückseligkeit die Fragein Betracht ziehen, ob sie zu den relativ lobenswerten oder viel-mehr zu den an sich verehrungswürdigen Dingen gehöre.

2. Soviel scheint offenbar, daß alles Lobenswerte nur darumgelobt wird, weil es eine gewisse Beschaffenheit hat und zu etwas

3. Ich habe diesen Paragraphen als unecht eingeklammert. Schonder feinsinnige Pietro Vettori, der geistreichste und scharfsinnigste Er-klärer des Aristoteles unter den alten Florentiner Humanisten des sech-zehnten Jahrhunderts, nahm Anstoß an demselben und erklärte ihn fürdie (später in den Tert gekommene) Randbemerkung irgend eines altenLehrers, der für sich das Resultat der Aristotelischen Untersuchung an denRand notiert habe. Auch bemerkt Bettori, freilich ohne genauere Angabe,daßin einigen Handschriften" dieser Satz fehlt. Komisch aber verfuhr eindeutscher Übersetzer, Da. Zenisch (Danzig, 1791), der das Kapitel ohneweiteres in seiner Übersetzung ausließ, nicht weil er es für unecht hielt,sondern weil, wie er (S. 37) ganz naiv bemerkt,der Leser daran nichtsverliere"! Es ist dies derselbe Zenisch, Berliner Prediger und Verfassereines HeldengedichtsBoru'ssias", das die Xe'nien verspotteten denSchiller durch die Bezeichnungder närrische Mensch, der sich in allesmischen muß" charakterisierte. S. Schiller, Brief an Goethe, Brief-wechsel T. I, Nr. 124, und -kenien (Neue Ausgabe, Danzig 1833) S.139. In der That aber ist dies Kapitel vielmehr einer der interessan-testen Beläge, wie fein sich Aristoteles in populärer Darstellung mit derUnsterblichkeitstheorie und der Lehre vom Leben nach dem Tode abzu-finden wußte. Seine Ausdrücke, besonders das -ri «»l

in § 5 sind von einer wahrhaft klassischen Ironie. Das individuelleSeelenleben des Menschen hielt er eben so für endlich und vergänglich,wie Feuerbach es nur irgend halten kann (vgl. die Schrift über dieSeele III, § 2, und Biese I, 355 357), und seine alten griechischenAusleger haben das auch recht gut eingesehen, daß die Unsterblichkeit desdenkenden Menschengeistes nur eine generelle ist. Man sehe Philo'-ponos' Worte zu der angeführten Stelle in Trendelenburgs Kom-mentar, S. 480,