Erstes Buch. Zehntes Kapitel-
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tugendgemäßenThätigkeitsäußerungen; ja, diese letzterengeltensogarfür andauernder, als selbst die wissenschaftlichen Erkenntnisse, undunter ihnen selbst sind wieder diejenigen, welcheamhöchstengeschätztwerden, die bleibendsten, weil in ihnen vorzugsweise und am an-haltendsten die Glückseligen ihr Leben hinleben, worin denn auchder Grund zu liegen scheint, daß der Mensch sie niemals vergißt?
11. Somit wird also das von uns gesuchte Gut eine Eigen-schaft des Glückseligen ausmachen, und er wird also sein ganzesLeben lang ein solcher sein. Denn sein Thun und Denken wirdimmer zu allen Stunden oder doch überwiegend aus das gerichtetsein, was der Tugend gemäß ist, und der wirklich gute und
„auf viereck'gcr Basis ohne Fehl"?
beruhende Mann wird auch die äußeren Lebensschicksale auf dasschönste und
„in alle Weise würdiglich"
zu ertragen wissen.
12. Das menschliche Leben ist nun aber voll von den mannig-faltigsten, teils großen, teils kleinen äußeren Zufälligkeiten. Was
6. Denselben Gedanken drückt Ci'cero*, Vom höchsten Gut und Übel,
III, 15, auS. Die praktische Bethütigung der sittlichen Tüchtigkeit (dieverschiedenen /.ar' sagt Aristo'teles, umfassen den ganzen
LebeuSbcrcich des Menschen ununterbrochen und unaufhörlich und stehendaher höher als sein theoretisches Wissen und Erkennen.
7. Über diese Anspielung auf ein Wort des Dichters Simo'nides(siehe Schneidewin, Limouickis Lsi carminum rsliguias, S. 15—19),vgl. man die Anmerkung zu Aristoteles, Rheto'rik III, II. Den Simo-nidc'ischeu Ausdruck „viereckig" (rerpr^u-vo; — guarro par la dass) imsittlichen Sinne hat, wie Pietro Vettori bemerkt, schon Dante, derdie Aristotelische Ethik eifrig studierte, sich angeeignet in den Versen:
— avogua ob' io mi soutaUsu tstragouo a oolxi cki Ventura
Und ebenso sagt Walter von der Vogelweide (S. 79 Lachmann)
Seit ich dem getriuwen Friunde bincinloctic unde wol gevicret.
* Der Laut, hinter dem das Zeichen ' steht, hat den Ton: Deutschland n'ber a'lless-.u'zenscheidtlcht B. yrch. u. röm. Al. Bd.20: Lsrz. 26) ?lristoteIes I. Z