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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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Aristoteles, Nikomachische Ethik.

sei er es wirklich und absolut, sondern bloß weil und sofern er esbisher w ar, wie entgehen wir dann der Ungereimtheit, daß vondem Glückseligen, zu der Zeit, da er es wirklich ist, das ihm zu-kommende Prädikat darum nicht wahr sein soll, weil inan die Le-benden nicht glückselig preisen mag wegen der vielen möglichenWandlungen und wegen der ein für allemal angenommenen Mei-nung, die Glückseligkeit sei etwas bleibendes und keinerlei Ver-änderungen unterworfen, während doch die Schicksale häufig beiein und demselben Menschen einen Kreislauf des Auf und Niederzeigen?^ Denn soviel ist doch offenbar: wenn wir nach den ver-schiedenen Schicksalen gehen wollen, so werden wir in vielen Fälleneinen und denselben Menschen bald glückselig bald unglückselignennen müssen und so aus demGlückseligen" eine ArtChamä'leonmachen, dessen Glück auf morscher Grundlage erbaut ist.

9. Aber wie wäre es, wenn es ganz und gar nicht richtigmäre, uns bei unserem Urteile nach den zufälligen Außendingen zurichten? Denn sie sind es ja doch nicht, die dasGut-" oderÜbel-" leben ausmachen, sondern sie sind bloß, wie wir oben^ ge-sagt haben, etwas, dessen das menschliche Leben als einer Zugabebedarf, während dagegen das wesentlich entscheidende und bestim-mende Moment der Glückseligkeit in den tugendhaften Tätigkeitenliegt und umgekehrt das wesentlich bestimmende Moment für dasGegenteil der Glückseligkeit in den entgegengesetzten. 10. EinZeugnis aberfürdie Wahrheit dieserunserer DefinitionÜst eben auchdie soeben von uns aufgeworfene Schwierigkeit. Denn die unver-änderlich dauernde Beständigkeit ^ findet sich bei keiner einzigenunter den menschlichen Thätigkeiten in solchem Grade, wie beiden

2. Über dieses zuerst bei Herodot(I, 207) vorkommcnde, dem Ari-stoteles sehr geläufige Bild von demAuf und Ab" der menschlichenDinge vgl. Zell zu unserer Stelle und Zdeler in seinem Kommentarzu Aristoteles, Meteorologie, T. I, S. 336.

3. S. oben Kap. 9, § 7.

4. Daß nämlich für die Glückseligkeit des Menschen die tugendhaften(x«r' äpeichv) Handlungen das wesentliche sind.

5. Welche, als zur Glückseligkeit notwendig, bei der AristotelischenEntwickelung des Begriffes derselben vorausgesetzt wurde.