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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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Erstes Buch. Achtes Kapitel.

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dies, sondern fürwahr auch gute und schöne, ja es kommtihnenjedesdieser Prädikate vorzugsweise zu, wenn anders der tüchtige Mannein richtiges Urteil hat, und wir haben gesagt, daß er es hat?

14. Also: die Glückseligkeit ist das Beste, das Schönste unddas Genußvollste, und diese drei Dinge sind nicht von einandergetrennt, wie die de'lische Inschrift besagt, in welcher es heißt:

Schönstes ist, was Gerechtestes ist, das Beste Gcsundsein,

Aber das Süßeste ist, wenn man erlangt, was man liebt!

Denn dies alles insgesamt findet sich vereinigt in den bestenThätigkeiten; und diese besten Thätigkeiten oder eine derselben,welche unter ihnen die beste ist, sind, behaupte ich, die Glückseligkeit.

15. Bei alledem aber scheint es doch, daß, wie wir oben be-reits bemerkten, die Glückseligkeit auch der äußeren Güter nicht ganzentraten könne, weil es unmöglich oder doch sehr schwer ist, dasGute und Schöne zu thun, wenn man ein armer Schlucker ist."Denn vieles wird nur so zu sagen mittelst Werkzeugen, d. h. durchFreunde, durch Reichtum, durch bürgerlichen Einfluß ausgerichtet; 16. und wenn gewisse Dinge uns mangeln, wie z.B. edle Ge-

9. Der tüchtige Mann, der anvuö-rm; (s. meine Anmerkung zuAristoteles, Poetik, Kap. II, Übers. S. 70), ist nach AristotelesdieRichtschnur und das Maß für das Wahre in allen einzelnen Dingen".S. unten III, 4, § 2; IX, 4, 2.

10. Sie stand über der Borhalle des Heiligtums der Le'to. S.Aristoteles, Eude'mischs Ethik, I, 1.

11. Das wußte auch Goethe, als er das Xe'nion diktierte:

Wonach einer ringtIhm gelingt,

Wenn Manneskraft und Hab'

Ihm Gott zum Willen gab."

und dahin lautet auch Juvenals schöner Spruch:

llauä kaoils srmsrZunt, guorum zckrtutibus obststHss angusta ckomi.

Schwer nur ringt sich empor das Genie, dem von der Geburt schonArmut sperrte den Weg!