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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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Erstes Buch. Siebentes Kapitel.

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4 muß man sich an das, was ich früher gesagt habe, erinnern" undZ nicht bei allen Materien die gleiche philosophische Strenge der Dar-s stellung verlangen, sondern bei jeder einzelnen nur nach Maßgabeder Natur des behandelten Gegenstandes und soweit als es sich mit^ derMethode der vorgetragenenWissenschaftvertragt. IS. Suchendoch auch der Zimmermann und der Geometer die gerade Linie ",jeder auf verschiedene Weise: der eine, soweit er sie für sein Werkbraucht, wahrend der andere ihr Wesen oder ihre Eigenschaften er-mitteln will, denn sein alleiniges Interesse ist die Wahrheit." Indieser Weise muß man nun auch in den anderen Dingen verfahren," damitnichtdieNebensachendenHauptsachenüberdenKopfwachsen."

20. So muß man denn auch nicht in allen Materien auf gleichei Weise die ursächliche Begründung verlangen, vielmehr reicht es: bei einigen derselben hin, wenn nachgewiesen ist, daß die Sache

i so sei, wie das z. B. eben auch bei den Prinzipien der Fall ist; denndas d (etwas so ist) ist das erste und der Anfang. 21. DieAnfänge aber werden teils durch Induktion erkannt, teils durchSinneswahrnehmung, teils durch eine Art von Gewöhnung und soweiter, andere auf andere Weise. 22. 23. Der Philosoph nunmuß versuchen, ihnen jedesmal auf demjenigen Wege nachzugehen,^ auf welchem sie ihrer Natur nach entstanden sind, und zugleich sein. Streben darauf richten, sie möglichst gut zu definieren, denn siesind von der höchsten Wichtigkeit für die Konsequenzen. Man sagtnämlich mit Recht: der Anfang sei mehr als die Hälfte des Ganzen",1 und mit ihm würden zugleich eine große Menge der Probleme,) über welche man ins reine kommen möchte, klar.

q ll. S. oben Kap. 3, §§ 1 und 4.

^ 12. Oderden rechten Winkel".

7) 13. Der hier von Aristoteles gebrauchte Ausdruck (bearh; püp -r4X^-

H->2;) ist in seiner prägnanten Kürze unübersetzbar.Der Äeometriker",j sagt er,ist Zuschauer der Wahrheit", d. h. er ist der uninteressierte Zu-

i schauer und Beobachter der Natur der Dinge, der keinen andern Zweck

daneben hat. Diese Ausdrucksweise erinnert an die oben (Kap. 5, Anm. 2)Z erwähnte Äußerung des Pytha'goras über den Philosophen alsZuschauerI der Dinge".

' 14. Sprichwörtlich. S. die Anmerkung von Zell.

15. Vgl. über dieses Sprichwort die Anmerkung zur Politik V, 3, § 1.