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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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Erstes Buch. Siebentes Kapitel.

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3. Wie wir sehen, gibt es eine Mehrheit von Zwecken, undzwar stehen dieselben in dem Verhältnisse zueinander, daß wir dieeinen um anderer willen uns vorsetzen, wie z. B. Reichtum, Blas-instrumente * und überhaupt alle Werkzeuge. Daraus ist klar,daß nicht alle Zwecke vollendete, d. h. letztes sind. Nun aber er-scheint das Beste als etwas Vollendetes und Letztes. Folglich also,wenn es nur einen solchen vollendet letzten Zweck gibt, so mußdieser das sein, wonach wir suchen^; gibt es deren aber mehrere,so muß es der unter ihnen sein, dem dieses Prädikat des Vollendet-besten im höchsten Maße zukommt. 4. Vollendeter^ nennen wirnun aberdasjenige, wasumseinerselbstwillenerstrebtwird,imVer-gleiche zu dem, was um eines anderen willen erstrebt wird; undferner, was niemals eines anderen wegen Gegenstand unsererWahlist, das nennen wir wieder vollendeter, als die Dinge, die sowohlihrer selbst, als auch eines anderen wegen erstrebt werden, und sonennen wir also schlechthin vollendet das, was ewig und inallen Fällen immer nur um seiner selbst und niemals um eines an-deren willen für uns Gegenstand der Wahl ist. 5. Ein Dingsolcher Art scheint aber vor allem die Glückseligkeit zu sein. Denndiese wünschen wir uns einzig um ihrer selbst und nie um einesanderen willen; dahingegen Ehre und Genuß und Verstand undjegliche Tüchtigkeit wünschen wir uns zwar gleichfalls um ihrerselbst willen, denn wir würden jedes einzelne dieser Dinge unswünschen, auch wenn wir nichts weiter davon hätten, allein wirwünschen sie uns auch um der Glückseligkeit willen, indem wir siefür Mittel zu einem glückseligen Leben halten. Die Glückseligkeitselbst aber wünscht sich kein Mensch um jener Dinge willen odersonst als Mittel für irgend etwas anderes.

1. Aristoteles bezieht sich hier auf ein Wort des Sockrates bei Xe'-nophon (Ökono'miknS zu Anfang), das Hora'z in seinen Satbren, II,3, 104, wiederholt, daß nämlich eine Flöte nnr für den etwas wert ist,der sie zu spielen versteht.

2. Durch diese Umschreibung wird die im Griechischen liegende scharfeBezeichnung srilo;, rileiov) freilich nur unvollkommen erreicht.

3. Nämlich: die Glückseligkeit, das höchste Gut.

4. D.h. in höherem Grade dem Begriffe des Endzweckes (reXo?) ent-sprechend.