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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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Aristoteles, Nikomachische Ethik.

so großes Hilfsmittel nicht kennen oder nicht zu Hilfe ziehen sollten. 16. Auch ist nicht wohl zu sagen, was für einen Nutzen einWeber oder ein Baumeister für seine spezielle Kunst davon habendürfte, wenn er weiß, wasdas an sich Gute" ist, oder wie einerein besserer Hrzt oder Feldherr dadurch werden sollte, wenn erdie Idee selbst erschaut hat".^ Denn es scheint, daß selbst derArzt die Gesundheit nicht von diesem Gesichtspunkte (des Abso-luten) aus zum Gegenstände seiner Betrachtung macht, sonderndaß er sein Absehen auf die Gesundheit des Menschen gerichtethält, ja, man kann wohl vielmehr sagen, auf die Gesundheit diesesbestimmten Menschen; denn sein Heilverfahren behandelt dieKranken individuell. Soviel nun hiervon.

Siebentes Kapitel.

1. Wir wollen jetzt wieder zu dem Guten, welches der Gegen-stand unserer Untersuchung ist, zurückgehen, um zu ermitteln, wases denn sei. Wir sehen nämlich, daß es in jeder Thätigkeit undin jeder Kunst immer ein anderes ist, ein anderes in der Heil-kunst, in der Strate'gik und ebenso in allen übrigen. Was ist nunalso das jeder Sache eigentümliche Gute? Doch wohl das, uiüdessentwillen alles übrige gethan wird! Dies aber ist in der Heil-kunst die Gesundheit, in der Strategik der Sieg, in der Baukunstdas Haus und so fort, das heißt: in jeder Handlung und in jedemvernünftigen Vorsatze der Endzweck; denn dieser ist es, umdessentwillen sämtliche Menschen alles übrige thun. Daraus folgt,daß, wenn es für alles in den Bereich des menschlichen HandelnsFallende einen gemeinsamen Zweck gibt, dieser das durch.Thätig-keit zu erreichende Gut sein muß; gibt es mehrere, so müßten diesees sein.

2. So ist denn auf ihrem Umwege unsere Untersuchung dochzu demselben Resultate gelangt, und wir haben nun zu versuchen,dasselbe noch deutlicher darzulegen.

12. Der Ausdruck ist hier nicht ohne eine gewisse ironische Parodie-rung des Platonischen Sprachgebrauchs.