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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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Aristoteles, Nikomachische Ethik.

8. Bei diesen vorwortlichen Bemerkungen über den Zuhörersüber den Standpunkt der Auffassung und Beurteilung und überdas Ziel, welches ich bei diesen Vorträgen im Auge habe, mag essein Bewenden haben.

Viertes Kapitel.

1 . Rekapitulieren wirjetzt! Da, wie wirsahen, alle ErkenntnisBe», und jeder vernünftige Vorsatz nach irgend einem Gute begehrt, sofragt sich: Welches ist dasjenige, wonach unserer Ansicht zufolge dieWissenschaft vom Staate strebt, und welches ist das höchste allerderjenigen Güter, die im Bereiche des menschlichen Handelns derVerwirklichung fähig sind? 2. Dem Wortbegriffe nach herrschtfreilich hierüber bei den meisten Menschen so ziemlich Übereinstim-mung.Die Glückseligkeit", ist nämlich die Antwort, welche sowohldie ungebildete Masse, als die Gebildeten auf jene Frage geben,wobei ihrer Auffassung nachgut leben" undsich Wohlbefinden" 'identisch sind mitglückselig sein". Aber was dieseGlückselig-keit" sei, darüber sind die Ansichten verschieden, und hier lautet dieDefinition der großen Menge nicht mehr gleich der der Einsichtigen. 3. Denn was die ersteren betrifft, so sind sie da gleich mit etwas

8. Diese Stelle, in welcher sich Aristoteles über sein Publikum (dashörende wie das lesende), ausspricht, ist wichtig, und wenn inan auch,nicht mit Buhl u. a. hier den Schlüssel für den vielbesprochenen Unter-schied der esoterischen und esoterischen Borträge und Schriften desPhilosophen gefunden zu haben meinen darf (Vgl. Äd. Stahr, Aristo-teli'a, II, S. 237279), so geht doch so viel unzweifelhaft aus denWorten dieser Stelle hervor, daß Aristoteles diese Vorträge über dieEthik, Lei denen er bestimmte praktische Zwecke verfolgte und dasLeben, die lebendige Wirklichkeit seiner Nation im Auge hatte, auf einbestimmtes Publikum beschränkt wissen wollte. Diese Vor-träge waren für reife, lebenserfahrene und geistig und sittlich durchge-bildete Hörer und Leser bestimmt, nicht für die unreife Zugend oderüberhaupt für unreife Menschen. Vgl. Ge'llius, Attische Nächte, XX,5, und unten die Anmerkung 5 zu Kap. 13 dieses Buches. DesgleichenIV, Kap. 4, § 2.

I. Wörtlichgut handeln" (eu rrp-rr-reiv): für unsere Sprache un-übersetzbar. Vgl. Garve S. 420 ff.