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Aristoteles, Nikomachische Ethik.
Drittes Kapitel.
1. Was meinen Vortrag anbetrifft, so wird man denselben fürausreichend anzusehen haben, wenn er über den Gegenstand sodeutliche Begriffe gibt, als es die Natur desselben «erstattet. Dennman darf vom Philosophen nicht in allen seinen Entwickelungendie gleiche Schärfe absoluter Bestimmtheit verlangen, wie manja auch bei den Leistungen auf dem Gebiete des Handwerks undder Kunst nicht ein und denselben Maßstab anzulegen hat?
2. Was nun die Begriffe des Schönen ^ und des Gerechtenanlangt, mit denen es die Wissenschaft vom Staate zu thun hat, soherrscht darübereinesolcheVerschiedenheitund einesolcheZerfahren-heit der Ansichten, daß sich die Meinung gebildet hat, beides seilediglich durch Satzung bestimmt, nicht durch die Natur der Dinge.
— 3. Eine ebensolche Zerfahrenheit herrscht auch über die Dinge,welche man gut zu nennen pflegt, weil es gar vielen begegnet, durchdieselben Schaden zu erleiden, wie denn schon manche durch ihrenReichtum, andere durch ihre Tapferkeit zu Grunde gegangen sind.
— 4. Bekanntlich müssen wir uns begnügen, wenn wir über solcheDinge sprechen und aussolchen Prinzipien argumentieren, dieWahr-heit nur mit groben Strichen und im Umrisse anzuzeigen; und wenn-wir von Gegenständen reden und von Vordersätzen ausgehen, dienur einer aus der Mehrheit der Fälle sich ergebenden Wahrschein-lichkeit fähig sind, so muß es genügen, wenn auch unsere Schluß-folgerungen eben nur solcher Art sind. Aus demselben Gesichts-punkte nun muß jedes einzelne in meinem Vortrage aufgefaßtwerden. Ein wahrhaft Gebildeter nämlich verlangt die absolute
, I. Man hat nämlich auch bei diesen die Natur der Materie zu be-rücksichtigen, in welcher gearbeitet wird. Aristoteles schärft diese Be-merkung über den Unterschied der populär allgemeinen (nw -rÜTriu) undder streng wissenschaftlichen Darstellungsmethode (rlxpiPüir) wiederholt ein.S. II, 2, § 3 und IX, 2, § 6.
2. D. h. des Sittlichgutcn.