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Aristoteles, Nikomachische Ethik.
3. Nun gibt es aber eine große Anzahl von Handlungen, Künstenund Wissenschaften, und daraus ergibt sich also zugleich auch einegroße Vielheit der Zwecke; für die Heilkunst z. B. ist es die Gesund-heit, für die Schiffbaukunst das Fahrzeug, für die Strate'gik derSieg, für die Ökono'mik der Reichtum. — 4. Überall nun, wo.Thätigkeiten dieser und ähnlicher Art der Einheit eines anderen be-stimmten Vermögens untergeordnet sind, — wie z. B. die Sattler-kunst und alle die Thätigkeiten, welche es mit der Herstellung vonsonstigem Pferdezeug zu thun haben, der Reitkunst und diese sowiealle anderen auf den Krieg bezüglichen Thätigkeiten wiederder Stra-tegik untergeordnet sind, ein Verhältnis, das sich bekanntlich aufanderen Gebieten wiederholt — in allen diesen Fällen, sage ich, sindjedesmal die Zwecke derübergreifenden oberstenKünste^begehrungs-würdiger, als die der ihnen untergeordneten; denn die ersterensindes, um deren willen eben auch die letzteren verfolgt werden.
Zweites Kapitel.
1. Wenn es nun ausgemacht ist, daß es imBereiche derDinge,welche fähig sind durch Handeln verwirklicht zu werden einen be-stimmten Zweck gibt, den wir umseinerselbstwillenwollen, währendwir alle übrigen nur seinetwillen begehren, wenn wir also nichtimmer eines um eines andern willen uns zum Ziele setzen — was ja
2. Aristoteles nennt sie „die architektonischen", ein Ausdruck, dener von einer Kunst, der Baukunst, und dein in ihr stattfindenden über-geordneten Verhältnisse des Architekten, des Baumeisters, zu allen unter-geordneten baulichen Thätigkeiten auf alle anderen Künste und Thätigkeitenübertragen hat. S. Chr. Garve in seiner Übersetzung der AristotelischenEthik, Breslau 1798 ff., I, S. 409. Diesen Aristotelischen Sprachgebrauchbehandeln: I. Glo. Schneider zu Aristoteles' Politik (Frankfurt a./O.1809) III, 6, 8; Kommentar S. 197-199; S. 405; und Adde'nda S. 505.Vgl. Politik III, 7, Z 5. Cicero hat diesen Sprachgebrauch ausgenommenund in die lateinische Litteratur eingeführt; vgl. Vom höchsten Gut undÜbel I, Kap. 10.
I. Im Texte -rmv Vgl. die Erklärung von Schwegler
zur Aristotelischen Metaphysik VI, I, 8 (T. IV, S. 8). Die Aufgabeder Ethik ist „das allen Menschen erreichbare Gut". Vgl. Aristoteles,Eude'mische Ethik, I, 7; Biese II, 273.