Erstes Mch
Erstes Kapitel.
1. Jede Kunst und jede auf Wissen und Erkennen gerichtete Be- Kap.Handlung einer Wissenschaft ^ ingleichen jede Handlung und jeder -z-».vernünftige Vorsatz erstrebt nach der allgemeinen Ansicht derMenschen irgendein Gut; darum hat man denn auch sehr richtig dasGute durch die Definition erklärt: es sei das, wonach alles strebe.
2. Allein hier tritt uns eine gewisse Verschiedenheit der Zweckeentgegen. Diese sind nämlich teils Thätigkeiten, teils gewisse vondiesen gesonderte und duLch sichhervorgebrachte Werke. In allenden Fällen aber, wo es über die bestimmten Handlungen hinausnoch gewisse andere Zwecke gibt, da stehen der Natur der Sachenach die hervorgebrachten Werke an Wert über den Thätigkeiten. —
1. Der hier umschriebene griechische Ausdruck srÄoöo? (spr. mo'tboäos)heißt wörtlich „Kursus", d. h. Weg, um etwas aufzusuchen. In dieser Be-deutung braucht ihn z. B. Aristoteles* in der Tiergeschichte I, 6, § 4Schneider. Vgl. Politik VI, I, § 9. Dann aber heißt zweitens
auch soviel als die Wissenschaft selbst, insofern ihr Ziel das Wissenund Erkennen und ihre Behandlung, ihre Form nicht unabhängig ist vonihrem Inhalte. S. Fr.Bicse, Die Philosophie des Aristoteles, Berlin 1835,T. I, S. 170, und besonders Albert Schwegler zu Aristoteles' Meta-physik I, Kap. 2 (T. II, S. 26, Note 6>. Die Behandlungsweise, welchevon den Teilen zum Ganzen aufstcigt, heißt bei Aristoteles ÜPypMivys. Karl Göttling zu seiner Ausgabe von Aristoteles' Öko-nomik, Jena 1830, Vorrede S. VII, und zur Politik I, l, KommentarS. 278.
* Der Laut, hinter dem das Zeichen ' steht, hat den Ton: Deutschland n'ber a'lles.92 lsangei'schkidtscheB.gr.u.röm.Al.;Bd.20;Lfg.26.) Aristoteles I 1