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Zwanzigstes Kapitel.
Bewegungen des Herzens.
Am Herzen lassen sich dreierlei Erscheinungen beobachten,welche die gleiche Natur zu haben scheinen, aber doch von ein-ander verschieden sind: das Herzklopfen, der Pulsschlag und dasAthmeu. Was nun das Herzklopfen betrifft, so ist dich eineZusammendrängung des im Herzen befindlichen Warmen in Folgeeiner übermäßigen oder auflösenden Abkühlung, wie z. B. beimkrankhaften Zittern und bei andern Krankheiten, und bei Em-pfindungen der Furcht; denn auch bei der Furcht erkälten sichdie oberen Theile und die Wärme entweicht und zieht sich zu-sammen und bringt so das Herzklopfen hervor, indem sie sich aufeinen kleinen Raum zusammendrängt, so sehr, daß bisweilen dieThiere aus Furcht und krankhafter Affektiou zu Grunde gehen. —Was man aber den Pulsschlag des Herzens nennt, ist eine Be-wegung, die es ohne Unterbrechung vollzieht, ähnlich wie bei Ge-schwüren, eine Bewegung, die mit Schmerz verbunden ist, weildie Veränderung des Bluts unnatürlich ist. Sie geht fort, bisdas Blut aufgekocht und in Eiter verwandelt ist. Dieser Zustandhat Aehnlichkeit mit dem Sieden; das Sieden nemlich findet statt,wenn die Feuchtigkeit durch die Wärme zum Verdampfen gebrachtwird; sie hebt sich nemlich, weil ihr Volumen größer wird. EinStillstand tritt bei den Geschwüren ein, wenn der Eiter bei Ver-dichtung des Feuchten nicht verdampft, beim Sieden aber , wenndas Wasser über den Rand überschäumt. Im Herzen aber wirddurch die Vermehrung der Feuchtigkeit, welche immer aus derNahrung hervorgeht, vermittelst der Wärme der Pulsschlag her-vorgebracht; das Volumen hebt sich da bis zur äußersten Hautdes Herzens, sind zwar geschieht dieß ohne Unterbrechung; denndas Feuchte strömt immerfort herzu, woraus das Blut entsteht,denn diese wird ursprünglich im Herzen znbereitet. Dieß siehtman bei der ersten Entstehung: denn che noch die Adern bestimmtentwickelt sind, hat das Herz bereits Blut in sich. Und deßhalbist der Pulsschlag stärker bei den Jüngeren, als bei den Aeltercn,
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