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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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znkommender Zustand. Bei den Pflanzen nnn tritt das Ver-welken ein, bei den Thieren nennt inan es das Alter. Tod undVergehen sind allen nicht unvollständigen Thieren gemeinsam;bei den unvollständigen ist etwas Achnliches, doch auf andereWeise. Unvollständig nenne ich z. B. die Eier und die Samender Pflanzen, soweit sie keine Wurzeln haben. Bei allen nuntritt das Vergehen ein in Folge des Mangels an Wärme, beiden vollständigen da, wo das Princip des Lebens ist. Dich ist,wie oben gesagt, da, wo das Obere und das Untere zusammen-laufen, bei den Pflanzen in der Mitte zwischen Sproß und Wur-zel, bei den Thieren mit Blut ist es das Herz, bei den Thierenohne Blut das entsprechende Organ. Bon diesen Thieren habeneinige potenziell mehrere Principien, nicht aber aktuell. Deßhalbleben manche Insekten fort, auch wenn man sie zertheilt, undauch solche mit Blut versehene Thiere, welche nicht ein starkesCentrum des Lebens haben, können lange sortleben, wenn manihnen das Herz herausgenommen hat, wie z. B. die Schildkrötensich noch mit den Mißen bewegen, wenn die Schale auf ihnenist, weil ihre Natnr nicht fest zusammengefügt ist, sondern derder Insekten ähnlich ist. Das Princip des Lebens hört nnnans, sobald die Wärme, welche darin ist, nicht abgekühlt wird.Wie uemlich schon oft bemerkt worden ist: sie wird durch sich selbstverzehrt. Wenn also die Lunge, resp. die Kiemen hart werden,indem durch die Länge der Zeit die Kiemen, resp. die Lungeanstrocknen und erdig werden, dann können diese Organe keineBewegung, keine Hebung und Zusammenziehung mehr Hervor-bringen. Wenn dann zuletzt noch eine Anstrengung hinzukommt,so erlischt das Feuer. Deßhalb braucht es im Alter mir geringerAffektionen, um den Tod rasch herbeizuführen; weil uemlich nurwenig Wärme vorhanden ist, sofern das Meiste in dem langenLeben verduftet ist, so reicht jede Anstrengung des Organs hin,um ein schnelles Erlöschen zu bewirken, wie eine winzig kleineFlamme durch die geringste Bewegung ausgelöscht wird. Deß-halb ist auch der Tod im Alter schmerzlos; er tritt ein, ohnedaß ein gewaltsamer Anstoß hinzukommt, vielmehr ist die Auf-lösung des Lebens ganz unmerkbar. Und die Krankheiten, welche

Aristoteles" Kleine nntnrw. Schriften. 8