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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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Fünfzehntes Kapitel.

Ursache des Athmens mit der Lunge.

Wenn man fragt, warum die Thiere, welche eine Lungehaben, die Luft einnchmen und so athmen, besonders diejenigen,in deren Lunge Blut enthalten ist, so ist die Antwort die, daßdie Ursache des Athmens in der porösen und mit vielen Röhrenversehenen Lunge liegt. Dieses Organ enthält am meisten Blutvon den sogenannten Eingewciden. Die Thiere nun, in derenLunge Blut ist, bedürfen einer schnellen Abkühlung, weil dasinnere Feuer wenig dazu beiträgt, und diese Abkühlung muß nachinnen gehen und überallhin sich verbreiten wegen der Menge desBluts und der Wärme. Beides nun kann leicht bewirkt werdendurch die Luft; weil diese nemlich von Natur dünn ist, so kannsie schnell überallhin sich verbreiten und so eine Abkühlung be-wirken; das Gegentheil ist der Fall beim Wasser. Hieraus istauch klar, warum die Thiere, deren Lunge Blut enthält, ammeisten athmen: die größere Wärme nemlich erheischt mehr Ab-kühlung und zugleich dringt die Lust leicht zu dem Anfangspunktder im Herzen befindlichen Wärme.

Sechszehntcs Kapitel.

Von der Abkühlung und der Lage des Herz>ns.

Auf welche Weise das Herz durch einen Verbindnngskanalzusammenhängt mit der Lunge, muß man ersehen aus den ana-tomischen Untersuchungen und aus den Thiergeschichtcn. EineAbkühlung bedarf jedenfalls die Natur der Thiere wegen desFeuerherds, welcher im Herzen liegt und die Seele erwärmt.Diese Abkühlung nun geht bei den Thicren, welche nicht nur einHerz, sondern auch eine Lunge haben, durch das Athmen vor sich.Diejenigen aber, welche zwar ein Herz haben, aber keine Lunge,wie die Fische, welche ja von Natur im Wasser leben, bewirkendie Abkühlung durch das Wasser vermittelst der Kiemen. WelcheLage aber das Herz hat zu den Kiemen, muß man, soweit es