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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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bei den unbeseelten Wesen, denn die Thiere sterben, sowohl wennsie mit Werkzeugen zerschnitten werden, als auch wenn sie gefrierendurch allzu große Kälte. Das Sich-verzehren aber hat seinenGrund in der Menge von Wärme; denn auch wenn die um-gebende Wärme zu groß ist und wenn keine Nahrung dazu kommt,so vergeht das Brennende, nicht durch Erkältung, sondern indemes sich verzehrt. Daher muß nothwendig eine Abkühlung ein-treten, wenn das Wesen erhalten werden soll; denn dieß schütztgegen ein solches Vergehen.

Neuntes Kapitel.

Die blutlosen Thiere, Insekten und dergleichen.

Die Thiere leben theils auf dem Lande, theils im Wasser.Was nun die ganz kleinen und blutlosen betrifft, so ist für diesedie aus dem umgebenden Element, Wasser oder Lust, kommendeAbkühlung genügend, um sie gegen das eben genannte Verzehrenzu schützen; denn da sie wenig Wärme haben, so bedürfen sieauch wenig Schutz. Deßhalb sind alle solche in der Regel kurz-lebend; nach beiden Seiten hin aber sind sie von geringer Be-deutung. Dagegen die länger lebenden Insekten (denn alle In-sekten sind blutlos) haben unter dem Zwerchfell einen Einschnitt,damit das Häutchen, durch welches die Abkühlung hindurchgeht,dünn ist; da sie nemlich mehr Wärme haben, so bedürfen sie auchmehr Abkühlung, wie z. B. die Bienen, (denn manche Bienenleben sogar sieben Jahre lang) und die andern Insekten, welchesummen, wie die Wespen, die Goldkäfer und die Cikaden. Siebringen nemlich dieses Geräusch hervor durch Athmeu, wie wennsie schwer athmeten; im Zwerchfell selbst entsteht nemlich dadurch,daß die innere Luft sich hebt und senkt, eine Reibung am Bauch-häutchen; diese Stelle bewegen sie nemlich, wie die von außenher athmenden durch die Lunge, und die Fische durch die Kie-men. Es ist dieß gerade so, wie wenn man einen Athmendenerstickte, indem man ihm den Mund zuhielte; denn auch da wirddurch die Lunge eine solche Hebung hervorgebracht werden. Alleinbei diesen Thieren wird durch eine solche Bewegung keine genü-