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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
Entstehung
Seite
102
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Achtes Kapitel.

Lentralfocns und Zweck deö Athmens.

Wir haben gesagt, daß das Leben und die Seele in ihremzuständlichen Wesen von einer gewissen Wärme begleitet sei; dennauch die Verdauung, durch welche die Ernährung bei den Thierenvermittelt wird, ist nicht ohne Seele und ohne Wärme zu denken;denn durch Feuer kommt alles dabei zu stand. Deßhalb mußnothwendig in dem Raum des Körpers und wiederum in demTheil dieses Raumes, in welchem ursprünglich ein solches Principund Centralorgan seinen Sitz haben muß, auch die ursprünglicheernährende Kraft der Seele ihren Sitz haben. Dieser Raumaber liegt in der Mitte zwischen demjenigen, welcher die Nahrungaufzunehmen bestimmt ist, und demjenigen, durch welchen dasUeberflüssige abgesetzt wird. Bei den blutlosen Thieren hat dieserRaum keinen besonder» Namen, bei den Blut habenden aber heißter das Herz. Denn die Nahrung, aus welcher die einzelnenTheile der Thiere entstehen, ist das Wesen des Bluts. Das Blutaber und die Adern müssen nothwendig denselben Ausgangspunkthaben, denn das eine ist um des andern willen vorhanden, alseine Art von Gefäß und Aufnahme-Organ. Ausgangspunkt derAdern aber ist bei den Blut enthaltenden Thieren das Herz; dennnicht durch dieses hindurch gehen die Adern, sondern sie sind alledaran gebunden. Dieß ergibt sich aus den anatomischen Unter-suchungen. Während nun die übrigen Vermögen der Seele nichtexistiren können, ohne das ernährende Vermögen, (der Grundhiefür ist früher in der Lehre von der Seele angegeben worden,)kann das ernährende Vermögen nicht existiren ohne das natür-liche Feuer, denn vermittelst dieses Feuers hat die Natur ihmdie Wärme gegeben. Das Vergehen des Feuers aber ist, wiefrüher gesagt wurde, das Erlöschen oder das Sich-vcrzehren. DasErlöschen geht aus von dem Entgegengesetzten, deßhalb erlischtdas Feuer im Ganzen durch die Kälte der umgebenden Luft, undnoch schneller, wenn es auseinandergezogen wird. Diese Art desVergehens geschieht auf gewaltsamem Weg bei den beseelten wie