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Steigt es wieder empor, so bläst sie hinaus, wie ein MädchenSpielt mit der Wasseruhr, gefügt aus geschmeidigem Erze.
Wenn die zierliche Hand an der Nähre Mündung sie anlegt,
Und sie taucht in des Wassers, des glänzenden, lieblichen Spiegel,
Dringt nicht gleich in's Gefäß das Wasser, weil ferne gehaltenDurch die Masse der Luft, die von innen heran an die vielenMündungen dringt, bis zuletzt sie bedecket die reichliche Strömung.
Doch kaum weichet die Luft, dringt ein die fluthende Welle.
Also gleich, wenn das Wasser sich hält in der Tiefe des Erzes,
Wenn von menschlicher Hand verdammt ist Durchpaß und AusgangUnd die Luft von außen nach innen begehrend das WasserFern hält rings um die Thore der brausenden Enge, die MündungMächtig beherrschend, bis jene die Hand losläßt: nun in Masse,
Anders jedoch, als zuvor, entweicht vor dem Luftftrom das Wasser:
Also, wenn das zartere Blut durch die Glieder dahinstürmtUnd dann wieder zurück in die inneren Räume enteilet,
Dringt nach unten die strömende Luft mit gewaltigem Brausen,
Steigt es aber empor, so weicht sie wieder zurücke."
So äußert sich Empedokles über das Athmen. Es athmenaber, wie schon gesagt, die deutlich athmenden Thiere durch dieLuftröhre, und zwar zugleich durch den Mund und durch dieNase. Wenn also Empedokles von diesem Athmungsproceß spricht,so sollte er fragen, wie die angegebene Begründung dazu paßt;die Erfahrung zeigt nemlich das Gegentheil. Denn man athmet,indem man den Raum emporhebt, wie die Blasebälge in derSchmiede; diese Emporhebung geschieht natürlich durch die Wärme,au der Stelle der Wärme aber ist das Blut; dagegen geschiehtdas Ausathmen, indem man den Raum zusammenzieht und nie-derdrückt, wie dort die Blasebälge. Allein dort ist es nicht dergleiche Weg, auf welchem das Aufnehmen der Luft und dasWiederausströmen vor sich geht, beim Athmen aber ist es deruemliche. Wenn aber Empedokles nur vom Athmen durch dieNase spricht, so befindet er sich in einem starken Jrrthum; denndas Athmen ist nicht eine eigentümliche Funktion der Nase, son-dern an der Röhre hin, welche bei der Kehle liegt, am Ende desGaumens, geht der eine Theil der Luft durch die Oesfuungcuder Nase, der andere durch den Mund, und zwar herein undhinaus. — Solche Schwierigkeiten also finden sich bei den Theo-rieen, welche bisher über das Athmen aufgestellt worden sind.