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Siebentes Kapitel.
Ansicht des Empcdokles.
Mit dem Athmen beschäftigt sich auch Empcdokles, jedochfragt er nicht nach dem Zweck desselben und ebensowenig berück-sichtigt er die Frage, ob alle Thierc athmen oder nicht. Undindem er bloß über das Athmen durch die Nase redet, ist er indem Wahn, damit sei das Athmen überhaupt abgefertigt. DasAthmen geht nemlich auch durch die Luftröhre, welche aus derBrust heraufführt, vor sich, nicht bloß durch die Nase, und dieNase für sich, ohne die Luftröhre, kann gar nicht athmen.Ferner wenn die Thierc nicht mehr durch die Nase athmen kön-nen, so hat das für sie keine weiteren Folgen, wenn sie aber nichtmehr durch die'Luftröhre athmen können, so ist dicß ihr Tod.Es verwendet nemlich die Natur die Nase noch nebenbei zumAthmen, neben dem Geruch, welchen manche Thierc darin haben;daher haben fast alle Thiere den Geruchssinn, aber nicht allehaben Ein und dasselbe Organ dazu. Hierüber ist aber anders-wo eingehender die Rede gewesen. Nun sagt Empcdokles: dasEiuathmen und Ausathmen beruhe darauf, daß gewisse Adernda seien, in welchen zwar Blut sei, die aber nicht ganz voll
seien von Blut und welche Gänge haben in die äußere Luft
hinaus, kleiner als die Theile des Körpers, aber größer als dieThcile der Luft; da nun das Blut seiner Natur nach sich nachoben und nach unten bewege, so sei mit der Bewegung nach
unten das Einströmen der Luft und somit das Eiuathmen ver-
bunden, mit der Bewegung nach oben aber das Ausströmen derLust und somit dgs Ausathmen. Den ganzen Proccß vergleichter mit einer Wasseruhr, wenn er sagt:
„Also ziehet das Thier den Athen: und stößt ihn nach außen:
Allen sind Röhren im Fleisch, blutlose, an, Körper verbreitet,
Und an den Mündungen sind durchbohrt mit reichlichen FurchenGanz hindurch die Spitzen der Haut, so daß sie das Blut zwarBergen, aber der Lust zum Durchgang Wege gewähren.
Wenn nun von dort absUömt das zarlc Blut in die Tiefe,
Bahnt mit gewaltigem Schwall und Erbrause dis Luft sich den Eingang.