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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
Entstehung
Seite
98
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aber die uns umgebende Luft kalt ist und den Körper beengt undzusammenzieht, dann halten wir den Athem an. Und doch solltegerade dann die äußere Luft eindringen und die Zusammenpres-suug verhindern. In der That aber findet das Gegcnthcil statt:denn wenn die Wärme in besonders großer Menge sich angesam-mclt hat, indem man nicht athmct, dann wird das Athmen noth-wendig; und man muß eben athmen, indem man einathmet. Istman aber heiß, so athmct man oft ein, woraus man sieht, daßdas Athmen zur Abkühlung dient, wo man denn, wie es heißt,Feuer auf Feuer" thut.

Fünftes Kapitel.

Ansicht Plato's.

Die im Timäus beschriebene Zurückstoßung enthält keinenähere Bestimmung hinsichtlich der andern Thiere, auf welcheWeise bei diesen die Erhaltung der Wärme vor sich gehe, obauf die gleiche Weise oder aus irgend einem andern Grund;wenn uemlich den Laudthieren allein das Athmen zukommt, sowäre zu erklären, warum ihnen allein; kommt es aber auch denandern zu und ist die Art und Weise eine andere, so sind auchdarüber Bestimmungen zu geben, wenn es überhaupt möglich ist,daß alle athmen. Ueberdieß ist die ganze Art der hier aufge-stellten Causalität ganz fabelhaft. Plato sagt nemlich: wenn dieWärme durch den Mund herausgehe, werde die äußere Luft an-gestoßen und ströme in raschem Lauf durch das poröse Fleisch indenselben Raum hinein, aus welchem die innere Wärme hernus-komme, weil beide einander gegenüberstehen und keine Leeremöglich sei; sei diese eingeströmte Luft dann warm geworden, sogehe sie wieder heraus auf demselben Weg und die äußere Luftdränge dann die herausströmende warme Luft wieder zurück durchden Mund, und dieser Proceß setze sich beharrlich fort, und darinbestehe das Eiuathmen und Ausathmen. Bei dieser Auffassungerhält man nun erstlich das Resultat, daß das Ausathmen demEinathmen vorhergeht. Es ist aber das Gegentheil der Fall.Dieß geht klar daraus hervor, daß zwar beides abwechselnd vor