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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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Warme als identisch seien die ersten kugelförmigen Figuren. Jn-dem diese nun durch den Druck der umgebenden Lust zusammen-gedrückt werden, liege hiegegcn ein Schutz im Athmen. In derLuft befinde sich nemlich eine große Anzahl solcher Atome, welcheDemokrit als Geist und Seele bezeichnet; wenn man nun athincund die Luft cindringe, so gehen diese Atome mit hinein, undindem sie den Druck der Lust aufhalten, hindern sic das Heraus-gehen der in den Thieren wohnenden Seele. Und deßhalb liegeim Einathmen und Ausathmen der Grund des Lebens und Ster-bens ; wenn nemlich der Druck der äußeren Luft das Uebergewichtgewinne und, indem man nicht mehr zu athmen vermöge, nichtsvon außen Kommendes mehr den Druck abhalte, dann erfolgebei den Thieren der Tod; denn der Tod bestehe eben in demHerausgehen der genannten Figuren (Atome) aus dem Körperin Folge des Drucks der äußern Luft. Die Ursache aber, war-um denn alle Wesen nothwendig sterben müssen, und zwar nichtzu beliebiger Zeit, sondern naturgemäß durch Alter und natur-widrig durch Gewalt, hat Demokrit nicht angegeben. Und dochHütte er dieß thun sollen und sagen, ob die Ursache eine äußereoder eine innere ist, da bald das eine eintritt, bald das andere.Er sagt auch kein Wort über den Anfang des Athmens, ob dieUrsache davon eine äußere oder innere ist; offenbar ist es nichtder äußere Geist, welcher eine Hilfe bewirkt hätte, sondern imInnern liegt das Princip des Athmens und der Bewegung undcs ist an keine gewaltsame Einwirkung der äußern Luft zu denken.Ein Widerspruch ist es dann ferner, daß die äußere Luft zugleichzusammendrücken und beim Eindringen trennen soll. Dieß sindetwa die Sätze des Demokrit und die Form seiner Darstellung.Wenn man aber anzunehmen hats, daß das oben Gesagte richtigist, d. h. daß nicht alle Thiere athmen, so kann man bei Demo-krit nicht die Ursache jedes Todes finden, sondern er erklärt bloßden Tod der athmenden Thiere. Und auch hier ist seine Erklä-rung nicht richtig. Dieß geht aus den Thatsachen und ans denErfahrungen hervor, welche jeder von uns machen kann. Wennwir nemlich in der Hitze wärmer werden, so bedürfen wir auchmehr des Athmens und wir athmen dann alle häufiger; wennAristoteles' Kleine »aturw. Schristen. 7