Druckschrift 
6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
Entstehung
Seite
90
Einzelbild herunterladen
 

Nahrung durch die natürliche Wärme, besonders das Central-organ. Daher wenn die übrigen Theile kalt werden, bleibt dochdas Leben, wann aber die Wärme im Herzen aufhört, so hörtalles auf, weil das Princip der Wärme überall auf dem Herzenberuht und weil die Seele in diesen Organen gleichsam ihrenFocus hat, von dem sie Wärme empfängt, nemlich bei den Thie-ren mit Blut im Herzen, bei den blutlosen im entsprechendenTheil. Es muß also nothwendig, wenn das Leben fortdauernsoll, diese Wärme erhalten werden, und das, was wir Tod nen-nen, ist eben das Aushören derselben.

Zweites (5.) Kapitel.

Von der innern Wärme.

Das Feuer kann, wie wir sehen, auf zweierlei Weise zuGrunde gehen: es verzehrt sich oder es wird ausgelöscht. Daserstere nennen wir ein Sich-verzehren, das andere ist ein Aus-löschen durch das Entgegengesetzte; das erste ist eine Folge derlangen Dauer, das zweite ist gewaltsam. Beide Arten des Ver-gehens haben aber Eine und dieselbe Ursache: wenn nemlich dieNahrung ausgeht und so die Wärme sich nicht mehr nähren kann,so muß das Feuer aufhören. Das Entgegengesetzte nemlich machtder Verdauung ein Ende und hindert so die Ernährung; baldverzehrt es sich aber auch allmälich, wenn zu viel Wärme sichansammelt, weil kein Athmen und keine Abkühlung stattfindet;auch in diesem Fall wird die Nahrung von dem in Menge an-gesammelten Wärmestoff rasch verzehrt, und zwar noch ehe dieVerdampfung eingetreten ist. Daher geht das kleinere Feuer nichtbloß aus vor dem größeren Feuer, sondern die Flamme desLichts verbrennt in sich selbst, wenn sie in eine größere Flammegesetzt wird, gerade wie irgend ein anderer brennbarer Gegenstand.Die Ursache ist die, daß die in der Flamme befindliche Nahrungvon der größeren Flamme ergriffen wird, ehe eine andere Nah-rung hinzutritt, das Feuer aber immer fortdauert und fortströmt,wie ein Fluß, nur daß wir es nicht bemerken wegen der Schnel-ligkeit. Man sieht also, wenn die Wärme erhalten werden soll,