Druckschrift 
6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

VII.

Arber Leben und Tod.

Erstes (4.) Kapitel.

Von der Ursache des Todes.

Es entspricht ganz der Vernunft und ist auch eine That-sache der Erfahrung, daß die Natur in Allem das möglichst Bestehervorbringt. Da nun in der Mitte des Wesens die beidenPrincipien ihren Sitz haben, so kann auf diese Weise jeder Theil,sowohl der die letzte Nahrung verarbeitende, als der sie ausneh-mende, seine Funktion am besten vollbringen; denn das Centrumverhält sich dem entsprechend zu jedem Theil, und der mittlereRaum ist der Ort des herrschenden Organs. Man muß fernerunterscheiden zwischen dem, welches gebraucht, und dem, welchesnicht gebraucht wird: wie man denn unterscheiden muß zwischendem Vermögen und der Art des Gebrauchs; so verhalten sich zueinander die Flöte und die Hand, welche die Flöte spielt. Be-steht nun das Wesen des Thiers nach unserer Definition in demwahrnehmenden Vermögen der Seele, so muß bei den Thieren,welche Blut haben, dieses Princip nothwendig im Herzen seinenSitz haben, bei den blutlosen in dem entsprechenden Theil. AlleTheile aber und der ganze Körper der Thiere enthalten eineinnerliche, natürliche Wärme, deßhalb sind sie auch, wie mansieht, warm, solang sie leben, während sie kalt sind, wenn siesterben und des Lebens verlustig werden. Es muß nun aberdas Princip dieser Wärme bei den Thieren, welche Blut haben,im Herzen seinen Sitz haben, bei den blutlosen im entsprechen-den Theil; alle Theile nemlich verarbeiten und verdauen die