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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
Entstehung
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Drittes Kapitel-

Vom Lentralorgan, dem Herzen.

Dieß läßt sich sowohl bei den Pflanzen als bei den Thierenwahrnehmen, indem bei den Pflanzen, wie die Beobachtung zeigt,der Same es ist, aus welchem sie herauswachsen; dasselbe zeigtdie Einpfropfung und Verpflanzung. Die Entstehung des Sa-mens geschieht bei allen aus der Mitte heraus; es sind nemlichalle Samen aus zwei Theilen zusammengesetzt, und diese hängenda, wo sie zusammengewachsen sind, an einander, und dieser Punktist die Mitte der einzelnen Theile, von hier aus erwächst derStengel und die Wurzel der Pflanzen. So ist die Mitte der

Ausgangspunkt. Dieß sieht man bei Einpfropfungen und Ab-legern am deutlichsten an den Schößlingen: der Schößling istnemlich der Anfang des Zweiges und zugleich die Mitte, so daßman diesen entweder wegnehmen oder auf ihn einpfropfen muß,damit Zweig und Wurzel daraus hervorwachsen, wobei manalso voraussetzt, daß der Anfang aus der Mitte Stengel undWurzel hervortreibt. Bei den Thieren nun, welche Blut habe»,ist das Erste, das Centralorgan, das Herz: dieß erhellt aus denBeobachtungen an solchen Thieren, welche man in ihrer Entstehungbeobachten kann. So muß denn auch bei den blutlosen Thierendas dem Herzen entsprechende Organ das Centralorgan sein. Daßaber das Herz der Ausgangspunkt der Adern ist, ist früher indenTheilen der Thiere" gesagt worden, ebenso, daß das Blutbei den mit Blut versehenen Thieren das letzte Stadium derNahrung ist, woraus die einzelnen Theile hervorgehen. Somitist klar, daß hinsichtlich der Nahrung Eine Funktion durch dasVermögen des Mundes vollzogen wird, eine andere durch dasVermögen des Magens. Das Herz aber ist das Centralorganund schließt die sämmtlichen Thätigkeiten ab. Daher muß noth-wendig bei den Thieren, welche Blut haben, im Herzen dasPrincip sowohl für den wahrnehmenden, als für den ernähren-den Theil der Seele sein; die Funktionen der übrigen Theilenemlich, soweit sie sich auf die Nahrung beziehen, dienen nur