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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
Entstehung
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Ucber Jugend und Atter.

Erstes Kapitel.

Allgemeine Bestimmungen über das Leben und die Grundlagedesselben.

Wir müssen nun reden von Jugend und Alter und dannvon Leben und Tod; zugleich werden wir auch das Athmen zumGegenstand unserer Untersuchung machen müssen, denn bei man-chen Thieren beruht eben hierauf das Leben oder Nicht-Leben.Ueber die Seele haben wir anderswo genauere Bestimmungengegeben: es ist klar, daß der Körper nicht die Substanz der Seelesein kann, man sieht aber auch, daß die Seele in einem gewissenTheil des Körpers sein muß, und zwar in einem solchen Theil,welcher unter den Theilen des Körpers eine bedeutende Stellungeinnimmt. Was nnn die übrigen Theile oder Vermögen derSeele betrifft, wie man sie nun nennen mag, so gehen wir jetztnicht näher darauf ein; wenn man aber redet von lebenden Wesenoder Thieren und von leben, so muß in demjenigen, auf welchesdiese beiden Bestimmungen Thier und leben zutresfen, noth-wendig Ein und derselbe Theil sein, auf welchem das Leben unddas Wesen des Thiers beruht. Denn das Thier als solches mußnothwendig auch leben; nicht aber muß das, was lebt, nothwen-dig auch ein Thier sein: denn die Pflanzen leben, haben aberkeine Sinnesthätigkeit, eben durch diese aber unterscheiden wirdas Thier vom Nicht-Thier. Der Zahl nach muß nun dieserTheil Einer und derselbe sein, dem Sein nach aber eine Mehr-heit und verschieden; dennThier-sein" undleben" sind nichtidentisch. Da nun die einzelnen Sinnesorgane wieder Ein ge-