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leben kürzer; der Frost nemlich hebt das Wachsthum auf. OhneNahrung müssen Thiere und Pflanzen zu Grunde gehen, dennsie verzehren dann sich selbst: wie nemlich die große Flamme diekleine verbrennt und verzehrt, indem sie die Nahrung verschlingt,so verzehrt das natürliche Warme, welches in erster Linie dieVerdauung bewirkt, die Materie, in welcher es ist. — Die imWasser lebenden Thiere haben ein weniger langes Leben, nichtweil sie schlechthin feucht, sondern weil sie wässerig sind, ein Feuch-tes aber von wässeriger Beschaffenheit vergeht leicht, weil es kaltund zum Gefrieren geneigt ist. Aus dem gleichen Grund auchdas Blutlose, wenn es nicht geschützt wird durch seine Größe,denn es hat weder Fett noch Süßigkeit. Im Thier ist nemlichdas Fette süß, daher auch die Bienen ein längeres Leben haben,als die andern, größeren Thiere.
Sechstes Kapitel.
Vom längeren und kürzeren Leben der Pflanzen.
Die längste Lebensdauer findet sich bei den Pflanzen, nochmehr als bei den Thieren, erstlich weil die Pflanzen wenigerwässerig sind und daher auch nicht leicht gefrieren, sodann weilsie Fettigkeit und Zähigkeit haben und weil, trotz ihrer erdigenund trockenen Beschaffenheit, doch das Feuchte in ihnen nicht leichtaustrocknet. Wir müssen nun aber nach der Ursache fragen,warum die Natur der Bäume so lange aushält; diese Ursacheist eine andere, als bei den Thieren, abgesehen von den Insekten.Die Pflanzen erneuern und verjüngen sich beständig, deßhalbleben sie lange. Immer nemlich wachsen andere Schößlinge her-vor, während die früheren alt werden, und ebenso ist es bei denWurzeln; nur nicht zugleich, sondern bald vergehen bloß Zweigeund Stamm und andere wachsen daneben hervor; und dann ent-stehen wieder andere Wurzeln aus dem schon Vorhandenen. Undso geht es immer fort mit Entstehen und Vergehen; dich ist derGrund des langen Lebens. Es ist bei den Pflanzen ähnlich wiebei den Insekten, wie schon bemerkt wurde: sie leben nemlich fort,auch wenn man sie zertheilt, und es entstehen zwei und noch mehr