mit den andern. Beim Unterschied ganzer Gattungen denke ichz. B. an Mensch und Pferd, (denn die Gattung der Menschenhat ein längeres Leben als die Gattung der Pferde,) bei der Arthandelt es sich um Mensch und Mensch; denn auch die Menschenfür sich haben theils ein langes, theils ein kurzes Leben, je nachden verschiedenen Gegenden, in welchen sie wohnen: die Völkernemlich, welche in den heißen Ländern wohnen, leben länger, diein den kalten Ländern leben kürzer. Ja auch zwischen Solchen,welche das gleiche Land bewohnen, findet in diesem Punkt einUnterschied statt.
Zweites Kapitel.
Ueber die Ursachen des Vergehens.
Wir müssen nun fragen: was ist in den Naturwesen dasleicht Zerstörbare und was nicht? Feuer, Wasser und was da-mit verwandt ist, sind, obwohl sie nicht das gleiche Vermögenenthalten, die Ursachen für einander, daß sie entstehen und ver-gehen, so daß auch die andern Dinge, die daraus entstehen undbestehen, begreiflicherweise Theil haben an dieser Natur, soweitetwas nicht aus vielen Theilen künstlich zusammengesetzt ist, wiez. B. ein Haus. Die andern Punkte nun gehören nicht weiterhieher: es findet nemlich bei vielem, was existirt, eine eigen-thümliche Art des Vergehens statt, wie z. B. bei Wissen, Ge-sundheit und Krankheit: diese nemlich vergehen, auch wenn das,worin sie sind, nicht vergeht, sondern fortdauert, wie z. B. dasVergehen der Unwissenheit die Erinnerung und das Lernen ist,das Vergehen des Wissens dagegen das Vergessen und der Jrr-thum. In accidenteller Weise aber geht das Vergehen des An-dern Hand in Hand mit dem Vergehen der Naturwesen: dennwenn das Thier vergeht, so vergeht auch das im Thier befind-liche Wissen und Gesundsein. Deßhalb könnte man hieraus aucheinen Schluß ziehen auf die Seele: wenn nemlich die Seele imKörper ist nicht von Natur, sondern so, wie das Wissen in derSeele ist, so wird es wohl noch ein anderes Vergehen der Seelegeben außer demjenigen Vergehen der Seele, welches mit dem Ver-