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nehmen. — Daß aber Manche bedeutungsvolle Träume habenund daß man besonders das voraussieht, was Bekannte angeht,ist daraus zu erklären, daß Bekannte am meisten an einanderdenken; denn wie sie, auch wenn sie einander fern sind, doch ein-ander am schnellsten erkennen und wahrnehmen, so ist es auchbei den Bewegungen, denn die Bewegungen der Bekannten sindleichter zu erkennen. Die Melancholischen aber treffen das Rich-tige wegen ihrer Heftigkeit, wie wenn man von ferne wirft. Undweil sie schnell beweglich sind, so stellen sie sich rasch das Fol-gende vor; denn wie bei den Gedichten des Philägides, so sagenund denken auch die Wahnsinnigen das, was an das Aehnlichesich anschließt, z. B. die Aphrodite, und so spinnen sie einenZusammenhang in die Ferne (?). Ferner wird eben wegen derHeftigkeit ihre Bewegung nicht durch eine andere Bewegung ver-drängt. — Der kunstgerechteste Ausleger der Träume ist der,welcher die Aehnlichkeiten zu erschauen vermag; denn die deut-lichen Träume kann jeder auslegen. Unter den Aehnlichkeitenverstehe ich das, daß die Einbildungen zu vergleichen sind mitden Bildern im Wasser, wie schon oben bemerkt worden ist. Wenndort die Bewegung zu stark ist, so hat das Spiegelbild und dieErscheinung keine Aehnlichkeit mehr mit dem Wirklichen. Somitgehört zu einer gewandten Erklärung der Spiegelungen die Fähig-keit, die verwirrten und verzerrten Bilder schnell zu unterscheidenund das Zusammengehörige zu erkennen, wornach dieß ein Pferdvorstellt, dieß einen Menschen u. s. f. Ganz ähnlich verhält essich auch mit den Träumen; durch die Bewegung nemlich wirdihre Deutlichkeit aufgehoben oder zurückgedrängt.
Soviel über das Wesen von Schlaf und Traum, über dieUrsachen, auf welchen diese beiden Erscheinungen beruhen, sowieüber das Wahrsagen und Träumen.