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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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L denn auch viele Träume gar nicht in Erfüllung gehen; denn dieI zufälligen Vorgänge charakterisiren sich ja eben dadurch, daß sieP weder immer noch gewöhnlich eintreten.

^ Zweites Kapitel.

A Ueber die Befähigung einzelner Menschen zu bedeutungsvollen Träumenk und über die Art der Träume.

^ Ueberhaupt, da ja auch andere Thiere außer dem Menschen

Ä Träume haben, so können diese nicht wohl von der Gottheit ge-

U sendet sein und man hat nicht hierin ihren Ursprung zu suchen,

H wohl aber sind die Träume etwas Dämonisches, ihre Natur ist

8 dämonisch, aber nicht göttlich. Dieß sieht man daraus, daß

ff ganz gewöhnliche Menschen fähig sind, in die Zukunft zu schauen

A und bedeutungsvolle Träume zu haben, woraus man sieht, daß

h nicht die Gottheit die Träume sendet, sondern Manche, die etwa

^ von Natur geschwätzig und melancholisch sind, haben eben deß-

s! wegen mancherlei Gesichte; weil sie nemlich viele und mancherlei

ff Bewegungen haben, so gerathen sie auf entsprechende Anschauun-

gen und treffen so in manchen Fällen das Richtige, wie Manche,rs die beim Theilen das Gerade eben treffen; wie man denn auch

,«! zu sagen pflegt:wer Vieles wirft, wird bald so, bald so wer-

is sen"; dasselbe trifft auch in unserem Fall zu. Darüber aber,daß vielen Träumen die Wirklichkeit nicht entspricht, darf man, sich nicht wundern, denn auch die Zeichen an den Körpern und

! am Himmel, z. B. die auf Regen und Wind sich beziehenden,

treffen nicht immer ein: sobald nemlich eine andere Bewegung! eintritt, welche stärker ist als die in solchen Zeichen-liegende, so

j erfüllt die letztere sich nicht. So wird ja auch Manches, was

j ausgeführt werden sollte, trotz vorhergehender sorgfältiger Ueber-

- legung zu nichts, weil andere, stärkere Ursachen dazwischen treten,

s Ueberhaupt tritt eben nicht alles ein, was zu erwarten war, und

j man darf das Zukünftige und das Erwartete, Vermuthliche, nicht

identificireu, aber doch muß man die Ursachen angeben, welche dieAusführung hinderten, und hierin liegen eben die Anzeichen da-^ von, daß Manches nicht geschieht. Was aber die Träume betrifft,