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gedeutet werden kann, ist nicht unglaublich, es hat dich gewisseGründe sür sich und man könnte daher von einigen Träumenohne Ausnahme aus alle schließen. Andererseits aber wird mansich zum Mißtrauen dadurch bestimmt fühlen, daß man lediglichkeinen vernünftigen Grund finden kann, auf welchem eine solcheWahrsagerei beruhen könnte; denn abgesehen davon, daß allesonstigen vernünftigen Gründe fehlen, so ist es doch schwer zubegreifen, daß Gott die Träume sende, und zwar nicht den bestenund verständigsten Menschen, sondern eben dem, den es geradetrifft. Abgesehen aber von dieser göttlichen Kausalität läßt sichkein vernünftiger Grund geltend machen; denn es geht doch wohtüber unsere Fassungskraft hinaus, ein Princip davon aufzufinden,daß Manche voraussehen sollen, was etwa an den Säulen desHerakles oder am Borysthenes geschieht. Man muß nun aberannehmen: die Träume sind entweder Ursachen des Geschehendenoder Anzeichen davon oder zufällige Vorgänge, und zwar dießentweder alles zumal oder zum Theil oder nur Eins davon.Unter Ursache aber verstehe ich z. B., daß der Mond schuld istan der Verfinsterung der Sonne und die Anstrengung am Fieber;Anzeichen aber ist z. B. bei einer Sonnenfinsterniß das Aufgeheneines Sterns, ebenso ist die Rauheit der Zunge Anzeichen desFiebers; ein zufälliger Vorgang aber ist z. B., daß man spa-zieren geht bei einer Sonnenfinsterniß; hier ist das Spazieren-gehen weder Anzeichen noch Ursache der Verfinsterung, und ebensowenig ist die Verfinsterung Ursache oder Anzeichen des Spazieren-gehens. Deßhalb findet auch ein solcher zufälliger Vorgang wederimmer statt noch gewöhnlich. — Sind nun die Träume theils Ursachen,theils Anzeichen z. B. für das, was im Körper vorgeht? Allerdingsbehaupten auch die tüchtigen Aerzte, man müsse auf die Träumeganz besonders Acht geben, und diese Ansicht findet sich mit gutemGrund auch bei solchen, welche nicht Männer vom Fach sind,aber doch genau untersuchen und philosophisch zu Werke gehen.Nemlich die bei Tag stattfindenden Bewegungen bleiben, wennsie nicht sehr groß und stark sind, unbeachtet vor den größerenBewegungen, welche dem wachen Zustand znkommen. Im Schlafaber ist das Gegentheil der Fall: hier scheinen auch die kleinen