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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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weckt man es aber, so wird das Eins zwar als zwei erscheinen,aber man hält es nicht für zwei; ebenso ist es im Schlaf: wennman wahrnimmt, daß man schläft, und wenn eine Empfindungdes Schlafzustandes vorhanden ist, so hat man zwar ein Bild,es sagt aber doch etwas im Subjekt, dieses Bild erscheine zwarals Koriskus, sei aber nicht Koriskus wirklich; (es kommt ja oftvor, daß etwas in der Seele des Schlafenden sagt, die Vor-stellung sei nur ein Traum); wenn man aber nicht wahrnimmt, daßman schläft, so erhebt sich kein Widerspruch gegen die Einbildung.Und daß unsere Auffassung richtig ist, daß es phantastische Be-wegungen in den Sinnesorganen gibt, ersieht man, wenn manAcht gibt und sich an das zu erinnern versucht, was man imSchlafen und Aufwachen empfindet: manchmal nemlich wird manbeim Erwachen finden, daß die dem Schlafenden vorschwebendenBilder Bewegungen in den Sinnesorganen sind; denn manchejüngere Personen, welche auch im Dunkeln ganz gut sehen, glau-ben viele sich bewegende Bilder zu erblicken, so daß sie oft Angstbekommen und sich verhüllen. Aus all diesem also muß manzu dem Schluß kommen, daß der Traum ein Produkt der Ein-bildungskraft ist und zwar im Schlaf; denn die eben erwähntenBilder sind keine Träume, noch sonst eine Erscheinung, die manhat, so lang die Sinne ungebunden sind; ja auch nicht jede Vor-stellung, die man im Schlaf hat, ist ein Traum. Denn erstlichkönnen Manche auch im Schlaf bis zu einem gewissen GradSchall, Licht, Geschmack, Betastung wahrnehmen, freilich nurschwach und gleichsam von ferne: denn wenn sie noch im Schlafein wenig aufsehen, so erkennen sie nach dem Aufwachen, daßdas Lampenlicht, welches sie im Schlaf schwach zu sehen glaubten,wirklich dieses Lampenlicht ist; ebenso hören sie die Stimme derHähne und der Hunde nur schwach, erkennen sie aber nach demAufwachen deutlich als solche. Manche geben auch Antwort ausFragen, die matr an sie richtet; denn es ist möglich, daß, wennSchlafen resp. Wachen schlechthin vorhanden ist, doch auch derresp. andere Zustand bis zu einem gewissen Grad vorhanden ist.Mit all dem aber haben wir keinen Traum, sowenig als diewahren Gedanken Träume sind, welche wir im Schlaf neben den