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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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nehmung schnell vor sich geht, und daß das Sinnesorgan fürdie Farbe nicht bloß afficirt wird, sondern auch wieder afficirt.Dieß wird auch bestätigt durch die Erfahrungen, die man amWein und bei der Bereitung der Salben macht. Das zuberei-tete Oel nemlich nimmt rasch den Geruch der nächsten Gegen-stände an und dasselbe ist auch beim Wein der Fall: auch der

Wein nimmt den Geruch nicht bloß der hineingeworfenen oderhinzugemischten Dinge an, sondern auch den von Gegenständen,welche in die Nähe des Gefässes gestellt werden oder sich schondort befinden. Für unsere Untersuchung nun möge Ein Punktals Grundlage dienen, der aus dem Gesagten sich ergibt: daßnemlich die gemachten Wahrnehmungen auch dann noch fort-dauern, wenn der äußere, wahrgenommene Gegenstand nicht mehrda ist, ferner: daß wir uns in unseren Wahrnehmungen leichttäuschen, wenn wir noch in der Affektion begriffen sind, bald so

bald so, z. B. der Feige, so lang er in der Furcht, der zur

sinnlichen Liebe Geneigte, so lang er in der Liebe begriffen ist,so daß auf Grund einer geringen Aehnlichkeit jener die Feindezu sehen, dieser den Gegenstand seiner Liebe zu erblicken glaubt;und hiezu braucht es eine um so geringere Aehnlichkeit, je stärkerdie Affektion ist. Ebenso ist jedermann einer Täuschung leichtausgesetzt im Zorn und überhaupt im Zustand der Begierde, undzwar um so mehr, je stärker der betreffende Affekt ist. Deshalbglauben die Fieberkranken bisweilen an den Wänden Gestaltenzu sehen, indem sich auf Grund einer kleinen Aehnlichkeit dieLinien ihnen hiezu zusammensetzen. Und solche Erscheinungensteigern sich zugleich mit dem Affekt so sehr, daß sie, wenn dieAufregung stärker ist, sogar auf diese Erscheinungen losgehen,während sie, wenn die Krankheit nicht so heftig ist, wohl merken,daß sie sich täuschen» Der Grund für solche Vorgänge liegtdarin, daß es nicht dasselbe Vermögen ist, vermittelst dessen dieoberste und die vorstellende Kraft unterscheidet. Dieß zeigt sichdaran, daß die Sonne uns einen Fuß breit zu sein scheint, aberdoch oft etwas Anderes der Vorstellung widerspricht. Auch beider Verschränkung der Finger erscheint uns das Eine als zwei,aber doch sagen wir nicht, daß es zwei seien, denn das GesichtArtMjeS' AM; »kUtM. Schriften, , S