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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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bloß einen Eindruck empfängt, sondern auch einen solchen hervor-bringt. Wenn nemlich eine Frau nach stattgehabter Reinigungin einen ganz klaren Spiegel hineinsieht, so wird die Oberflächedes Spiegels wie ein blutiger Nebel; ist nun der Spiegel neu,so ist ein solcher Flecken schwer abzuwaschen, ist der Spiegel aberalt, so geht es leichter. Der Grund liegt darin, daß, wie ge-sagt, das Gesicht nicht bloß einen Eindruck empfängt von derLnft, sondern auch einen Eindruck und eine Bewegung hervor-bringt, wie auch die glänzenden Gegenstände; denn auch dasGesicht gehört zu dem Glänzenden, was eine Farbe hat. Wasnun die Augen betrifft, so ist es leicht zu begreifen, daß sie zurZeit der weiblichen Reinigung den Zustand der übrigen Theiledes Körpers theilen, sie sind ja auch von Natur mit Adern an-gefüllt. Wenn daher die Reinigung eintritt in Folge einer Auf-regung und Entzündung des Bluts, so ist uns zwar der in denAugen vor sich gehende Unterschied nicht bemerkbar, aber er istdoch vorhanden, (denn die Natur des Samens und der Reinigungist dieselbe), die Luft aber wird davon bewegt und theilt mmder aus dem Spiegel schwebenden Luft, welche zusammenhängt,eine gewisse Qualität mit, d. h. dieselbe Affektion, von welchersie selbst afficirt ist, und diese Luft afficirt nun die Oberflächedes Spiegels. Es ist wie bei den Kleidern: gerade die reinstennehmen am leichtesten einen Flecken an, denn das Reine zeigtdeutlich alles, was es angenommen hat, zumal die geringstenBewegungen. Das Erz aber empfindet wegen seiner Glätte als-bald jede, auch die geringste Betastung, (man muß sich aber dibBetastung der Luft denken als eine Reibung, als eine Art Ab-waschung und Abspülung), wegen der Reinheit aber ist jede Be-tastung erkennbar. Daß aber der Flecken aus den neuen Spiegelnnicht so schnell herausgeht, davon liegt der Grund in der Rein-heit und Glätte, denn der Flecken geht deßhalb hindurch, sowohlin die Tiefe als nach allen Dimensionen, das erste wegen derReinheit, das letztere wegen der Glätte. Auf den alten Spiegelnaber hastet der Flecken nicht, weil er nicht ebenso eindriugt, son-dern mehr auf der Oberfläche bleibt. Hieraus ist klar, daß selbstdurch kleine Unterschiede eine Bewegung entsteht, daß die Wahr-