entscheidet hier in. höherer Instanz, als der Tastsinn. Wäre derTastsinn allein da, so müßten wir sagen, das Eine sei zwei.Die Täuschung aber hat ihren Grund darin, daß uns irgendwelche Erscheinungen vorschweben, nicht bloß wenn der Gegen-stand der Wahrnehmung sich bewegt, sondern auch wenn derSinn selber in Bewegung ist, wenn er nemlich in gleicher Weisebewegt wird wie von dem Gegenstand der Wahrnehmung, ichmeine z. B. wie die Erde beim Fahren sich zu bewegen scheint,während der Gesichtssinn durch ein drittes bewegt wird.
Drittes Kapitel.
Zeit des TräumenS. Stärke und Schwäche der Träume. Verhältuißder Träume zum Ceutralorgan, dem Herzeu, und zum Blut. Bewußt-sein vom Traum als solchem. Wesen des Traums. Gänzliches Aus-bleiben der Träume.
Hieraus ist ersichtlich, daß nicht bloß im wachen Zustandsolche Bewegungen Vorkommen, welche in den Gegenständen derWahrnehmung ihren Grund haben, sowohl in den äußeren alsin den im Körper selbst liegenden, — sondern auch dann, wennder von uns als Schlaf bezeichnete Zustand eingetreten ist, jadann gerade in stärkerem Grad. Bei Tag nemlich, wo die Sinneund das Denkvermögen in Thätigkeit sind, werden jene Bewe-gungen verdrängt und verschwinden, wie neben einem großen Feuerein kleineres, und wie schwache Empfindungen der Lust und Un-lust neben starken, hört dagegen das Starke ans, so kommt auchdas Schwache zum Vorschein; dagegen bei Nacht, wo die ein-zelnen Sinne unthätig sind und ein Unvermögen zur Thätigkeitvorhanden ist, weil da die Rückströmung der Wärme von außennach innen sich vollzieht, da gehen jene Bewegungen auf dasCentralorgan der Sinnesthätigkeit hin und kommen zur Erschei-nung, sobald die tnmultnarische Erregung zum Stillstand kommt.Man muß aber annehmcn, daß, ähnlich den kleinen Wirbeln ineinem Fluß, so jede Bewegung ununterbrochen vor sich geht, oftin gleichmäßiger Weise, oft aber so, daß sie wegen des Gegen-stoßes in andere Gestalten sich auflösen. Dieß ist auch der Grund,