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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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hat, bewegt einen gewissen Theil der Luft und dieser bewegteLufttheil wieder einen andern. Und auf diese Weise dauert dieBewegung fort, bis sie zum Stillestehen kommt, sowohl in derLuft als im Feuchten. Das Gleiche muß man auch annehmenbei innerer Verwandlung; dasjenige nemlich, was von dem War-men erwärmt worden ist, erwärmt wieder das Nächste und diesesgibt diese Wirkung weiter bis zum Anfang. So muß denndasselbe auch beim Organ der sinnlichen Wahrnehmung stattfinden,da ja doch die aktuelle Wahrnehmung eine Art innerer Verwand-lung ist. Darum ist die Affektion in den Sinnesorganen nichtbloß so lang sie wahrnehmen, sondern auch wenn die Thätigkeitschon aufgehört hat, sowohl in der Tiefe als oben. Dieß wirduns deutlich, wenn wir etwas anhaltend zum Gegenstand derWahrnehmung machen: denn wenn wir die Wahrnehmung aufetwas Anderes richten, so begleitet uns der Eindruck, wie wennwir von der Sonne weg in's Dunkel blicken, hier sehen wirnemlich nichts, weil die von dem Licht bewirkte Bewegung nochin den Augen ist. Ferner wenn wir lange Zeit auf Eine Farbe,sei sie weiß oder gelb, geblickt haben, so scheint uns der Gegen-stand, auf welchen wir dann unfern Blick richten, auch so wieseine Farbe. Ebenso wenn wir aus die Sonne oder etwas Glän-zendes geschaut haben und dann die Augen schließen, so zeigtsich uns, wenn wir den Blick, wie man gewöhnlich thut, geradeaus gerichtet halten, zuerst etwas von derselben Farbe, dann gehtes über in's Rothe und dann in's Purpurne, bis es in'sSchwarze übergeht und so verschwindet. Ferner: wenn man vonbewegten Gegenständen wegblickt, z. B. von Flüssen, zumal vonrasch fließenden, so kommt uns das Ruhende vor als wäre esbewegt. So wird man auch in Folge eines starken Geräuschesunempfänglich für den Schall und in Folge eines starken Geruchsunempfänglich für den Geruch u. s. f. Dieß sind Wahrnehmungen,die man ganz deutlich machen kann. Daß aber die Sinnes-organe auch einen kleinen Unterschied rasch wahrnehmen, zeigt sichan den Spiegeln; bei diesem Punkt könnten wir nun eben stehenbleiben und die hicher gehörigen Fragen näher in's Auge fassen.Es wird hieraus zugleich auch klar, daß der Gesichtssinn nicht