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sonst wäre es schlechthin ein Sehen und Hören. Allein wirmüssen nun fragen, welche Bewandtniß es denn eigentlich damithat. Wir setzen voraus, was ja auch ganz klar ist, daß dieserZustand dem sinnlichen Wahrnehmungsvermögen angehört, wenndieß ja doch vom Schlaf gilt; denn nicht ist es so, daß demeinen Wesen der Schlaf zukäme, dem andern der Traum, son-dern beides Einem und demselben. Wir haben nun über dieEinbildungskraft in den Untersuchungen über die Seele ") ge-sprochen und gesehen: das sinnliche Wahrnehmungsvermögen fälltzusammen mit dem Vorstellungsvermögen, aber das wirkliche Seinbeider ist verschieden, die Vorstellung ist die von dem aktuellenWahrnehmungsvermögen ausgehende Bewegung, der Traum aberscheint ein Produkt der Vorstellung zu sein, (denn das, waswir im Schlaf uns vorstellen oder einbilden, nennen wir Traum,schlechthin oder bedingt); und hienach ergibt sich denn, daß dasTräumen zwar in das Gebiet des Wahrnehmungsvermögens ge-hört, aber in sofern, als es das Vorstellungsvermögen in sichschließt.
Zweites Kapitel.
Bestimmungen über die sinnliche Wahrnehmung, welche zur Erklärungdes Traums dienen.
Worin nun der Traum eigentlich besteht und auf welcheWeise er entsteht, können wir wohl am besten aus dem ersehen,was im Schlaf vor sich geht. — Die wahrnehmbaren Gegen-stände bewirken ja für das betreffende Wahrnehmungsorgan eineWahrnehmung und der von derselben bewirkte Eindruck ist inden Organen nicht nur so lang die Wahrnehmungen aktuelldauern, sondern auch nachher noch. Es verhält sich mit dieserAffektion gerade wie beim Fallen der Dinge. Denn auch beimFallen dauert die Bewegung noch fort, wenn auch eine Berüh-rung mit demjenigen, welches die Bewegung verursacht hat, nichtmehr stattfindet; dasjenige nemlich, welches die Bewegung bewirkt
1) ä« UL. IU. L.