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im Wasser oder in der Lust oder auf dem Lande leben; dennauch die sämmtlichen Gattungen der Fische, sowie die der Weich-thiere hat man beobachtet, wie sie schlafen, und ebenso alle an-dern Thiere, welche Augen haben; auch die mit starren Augen,sowie die Insekten schlafen ohne Zweifel; nur haben diese Thierealle einen kurzen Schlaf, weßhalb man oft nicht ganz bestimmtwahrnimmt, ob sie wirklich schlafen oder nicht. Was aber dieSchalthiere betrifft, so hat hier die Beobachtung noch nicht denBeweis geliefert, daß sie wirklich schlafen. Wem aber die ebenvorgetragene Anschauung zusagt, der wird es auch von ihnen an-nehmen.
Hieraus ist zu sehen, daß sämmtlichen Thieren der Schlafzukommt; denn der Begriff des Thiers beruht darauf, daß esWahrnehmung besitzt, die Wahrnehmung aber ist — wie wir unsausdrücken möchten — bald in einem Zustand der Gebundenheitund Unbeweglichkeit, und diesen Zustand nennen wir Schlaf, baldin einem Zustand der Gelöstheit und Freiheit, und dieß nennenwir Wachen. Was aber die Pflanzen betriffb, so kommt diesenkeiner von beiden Zuständen zu. Denn ohne Wahrnehmung istweder Schlaf noch Wachen vorhanden; den Wesen aber, welchenWahrnehmung zukommt, kommt auch Lust und Unlust zu, undwelchen diese, auch Begierde. Den Pflanzen aber kommt dießalles nicht zu. Ein Beweis davon ist das, daß der ernährendeTheil seine Funktion im Schlaf stärker ausübt, als im wachenZustand; denn dann geht die Ernährung und das Wachsthumin erhöhtem Grad von statten, woraus man sieht, daß hiezu dieWahrnehmung nicht nöthig ist.
Zweites Kapitel.
Von dem Gemeinsinn, welchem Schlafen und Wachen zukommen.
Von der Ursache und Beschaffenheit dieser Zustände.
Wir müssen nun untersuchen, warum man schläft und wachtund was es für ein Sinn ist, resp. was für Sinne es sind, welchedabei zu Grunde liegen. — Äanche Thiere haben sämmtlicheSinne, manche aber nicht, — wie z. B. das Gesicht, während