nehmung hat, kann weder ahne Schlafen und Wachen sein, —denn diese beiden Zustände beziehen sich auf die Wahrnehmungdes Urorgans der Wahrnehmung, — noch ist es möglich, daßdas eine oder andere Einem und demselben Wesen immer zu-komme, also z. B. daß eine gewisse Gattung von lebenden Wesenimmer schläft oder immer wacht. — Ferner bei solchen Wesen,welche eine auf der Natur beruhende Thätigkeit haben, muß noth-wendig, wenn sie die Zeit überschreiten, welche für ihre Thätig-keit bestimmt ist, ein Unvermögen eintretcn, wie z. B. die Augensehen, dann aber aufhören zu sehen, ebenso auch die Hand undüberhaupt jeder Theil, welcher eine gewisse Funktion hat. Wennalso das Wah?iiehmen die Funktion eines gewissen Thcils ist unddieser Theil die Zeit überschreitet, welche für eine zusammenhän-gende Ausübung seiner Funktion bestimmt war, so wird ein Un-vermögen eintreten und er wird die Funktion nicht mehr aus-üben können. Wenn nun das Wachen bestimmt ist als eine Lö-sung der Wahrnehmung, wenn ferner von den Extremen das einenothwendig vorhanden sein muß, das andere nicht, wenn fernerdas Wachen dem Schlafen entgegengesetzt ist, und wenn jedemdas eine oder andere zukommen muß, so wird das Schlafen etwasNothwendiges sein. Ist also der Schlaf ein solcher Zustand,d. h. ein auf Uebermaß beruhendes Unvermögen zn wachen (dasUcbermaß des Wachens aber ist bald krankhaft, bald nicht mitKrankheit verbunden, daher auch beim Unvermögen und der Auf-lösung desselben das gleiche der Fall ist,) so muß nothwendigalles Wachende schlafen können; denn es ist unmöglich, immer-fort thätig zu sein. Ebenso ist es aber auch unmöglich, daßetwas immerfort schlafe. Denn der Schlaf ist etwas an demwahrnehmenden Theil, etwa eine Art Fessel und Unbeweglichkeit,daher denn nothwendig alles Schlafende den wahrnehmenden Theilhahen muß. Wahrnehmend aber nennen wir das, was im Standist, aktuell wahrzunehmen; es ist aber unmöglich, daß Limas, wasschläft, zugleich im eigentlichen und strengen Sinn aktuell wahr-nehme, daher muß jeder Schlaf durch Aufwachen ein Ende findenkönnen. Was nun die Thiere betrifft, so zeigt die Beobachtung,daß ihnen fast ohne Ausnahme der Schlaf zukommt, mögen sieAristoteles' Kleine natnrw. Schriften, 4
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