III.
Vom Schlafen und Wachen.
Erstes Kapitel.
Wesen dieser beiden Erscheinungen im allgemeinen. Welchen Thiercnsie zukommen; wie sie sich zu einander verhalten, und von dem Organ
derselben.
Einen weiteren Gegenstand unserer Untersuchung bilden dieZustände des Schlafens und Wachens. Es fragt sich: worindieselben eigentlich bestehen, ob sie der Seele oder dem Körpereigenthümlich sind, oder ob beiden gemeinsam, und wenn letzteres,welchem Theil der Seele und des Körpers sie angehören; ferneraus welcher Ursache sie den lebenden Wesen zukommen; ob sämmt-liche lebende Wesen beide Zustände haben, oder ob die einen nurden Schlaf, die andern nur das Wachen, oder ob den einen kei-nes von beiden, den andern beides zukommt; ferner was derTraum ist und warum die Schlafenden bald träumen, bald auchnicht; oder ob es so ist, daß man im Schlaf immer träumt, aberohne sich daran zu erinnern; und wenn es so ist, worauf dießberuht; ferner ob es möglich ist, das Zukünftige vorherzusehenoder nicht, und wenn es möglich ist, aus welche Weise; und obnur das vorhergesehen werden kann, was in der Zukunft vondem Menschen gethan werdeu wird, oder auch dasjenige, dessenUrsache im göttlichen Wesen und Walten liegt, und was vonNatur oder durch Zufall geschieht. Alle diese Fragen sind näherin's Auge zu fassen.
Zuerst nun ist kein Zweifel, daß es Ein und derselbe Theildes lebenden Wesens ist, welchem das Wachen und das Schlafenzukommt; diese stehen nemlich im Gegensatz zu einander, und der