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Abbild — eine Erinnerung. Und daher kommt es, daß wirbisweilen, wenn in unserer Seele solche Bewegungen in Folgefrüherer Wahrnehmung eintreten, nicht wissen, ob dieß eben dieFolge einer Wahrnehmung ist, und daß wir daher zweifeln, obes Erinnerung ist oder nicht; ein andermal aber haben wir denGedanken und die Erinnerung, daß wir früher etwas gehört odergesehen 'haben. Dies; ist der Fall, wenn man etwas anschautals solches, dann aber die Anschauung ändert und es anschautals Vorstellung eines Andern. Doch geht es oft auch umgekehrt,wie z. B. bei Antipheron von Oreus und andern Verrückten:diese behaupteten von ihren Vorstellungen, sie seien etwas Wirk-liches und wollten sich daran erinnern. Dieß ist der Fall, wennman ein Nicht-Bild als ein Bild anschaut. — Uebung stärkt dasGedächtniß durch die Wiedererinnerung; es besteht dieß lediglichdarin, daß man etwas wiederholt als Bild anschaut und nichtan und für sich.
Damit ist denn das Wesen der Erinnerung und des Sich-erinnerns dargelegt: es ist die Zuständlichkeit einer Vorstellung,sofern diese Bild dessen ist, worauf sie sich bezieht; auch der Thcilunseres Wesens, welchem die Erinnerung angehört, ist bezeichnet:es ist dieß das Urorgan der Wahrnehmung, dnrch welches wirauch die Zeit wahrnehmen.
Zweites Kapitel.
Wiedererinnernng.
Wir haben nun weiter zu reden von der Wiedererinnernng.Zuerst nun müssen wir das, was in den logischen Untersuchun-gen') steht, als wirklich voraussetzen. Hienach ist die Wieder-erinnerung weder ein Wiederbekommen noch ein Bekommen derErinnerung; denn wenn man zuerst etwas gelernt oder einenEindruck empfangen hat, so nimmt man weder eine Erinnerungwieder ans, (denn es ist keine vorher da gewesen,) noch gewinntman sie zum erstenmal; wenn vielmehr der bleibende Zustand
) Vielleicht sind die ^imlz-t. gost. gemeint.