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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
Entstehung
Seite
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wie oben bemerkt worden ist. Ferner wird die Ausdünstung ebensoangesehen, wie die Ausströmungen. Wenn nun diese nicht richtigaufgesetzt ist, so auch der Geruch nicht. Daß es nun mög-lich ist, das Trockene, sowohl das in der Luft, als das im Wasserbefindliche abznsetzen, und daß es affieirt werden kann von der(saftigen) schmeckbaren Trockenheit, ist leicht zu sehen, denn auchdie Luft ist von Natur feucht. Daß aber das Trockene dieselbeWirkung hat im Feuchten wie in der Lust, wenn es abgesehtwird, ist klar. Ferner müssen die Gerüche den Geschmäcken ent-sprechen. Dieß ist wirklich bei manchen der Fall: denn es gibtbeißende und süße Gerüche, herbe, zusammenziehende und fettige,und mit den bitteren Geschmäcken könnte man die faulen Ge-rüche in Parallele stellen. Deßhalb sind auch, wie jene schwerzu verschlucken sind, so die faulen Gerüche schwer einzuathmen.Man sieht also, was im Wasser der Geschmack ist, das ist in derLuft und im Wasser der Geruch. Daher kommt es, daß dieKälte und der Frost die Geschmäcke abstumpft und die Gerücheverschwinden macht, denn das Warme, welches bewegt und fertigmacht, wird durch das Erkälten und Gefrieren aufgehoben.Es gibt nun zwei Arten des Riechbaren, denn allerdings hatnian verschiedene Arten des Riechbaren anzunehmen, obwohlManche dieß nicht zngeben wollen. Man muß sich aber klarmachen, in wiefern dieß gilt und in wiefern nicht. Die eine Artnemlich eorrespondirt mit den Geschmäcken, wie schon bemerkt wor-den ist, und enthält das Angenehme und Unangenehme in acci-denteller Weise; weil es nemlich Affektionen des ernährenden Theilssind, so sind diese Gerüche bei denen, welche Begierde haben, an-genehm, während sie für die Gesättigten, welche kein Bedürfnißhaben, unangenehm sind, und ebenso für die, welchen die dieGerüche enthaltende Nahrung nicht angenehm ist. Also diese Ge-rüche enthalten, wie gesagt, das Angenehme und das Unangenehmein accidenteller Weise. Deßhalb sind sie auch allen lebenden We-sen gemeinsam; die andern Gerüche aber sind an sich angenehm,wie z. B. die Gerüche der Blumen; diese fordern nemlich wedermehr noch weniger zum Genießen auf und tragen auch nichts zurBegierde bei, sondern haben eher eine gegentheilige Wirkung: denn