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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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Gesichtssinn sich nicht täuscht über die Farbe, der Gehörsinn überden Schall. Jene aber führen das Eigenthümliche aus das All-gemeine zurück, wie z. B. Demokrit; das Weiße nemlich ist nachseiner Ansicht das Glatte, das Schwarze das Rauhe; auf dieFiguren aber führt er die Geschmäcke zurück. Allein es kommtentweder keinem Sinn oder doch dem Gesichtssinn zu, das Allge-meine zu erkennen. Etwa auch dem Geschmackssinn, wenigstensist die Unterscheidung des Kleinsten in jeglicher Gattung Sachedes feinsten Sinnes, so daß also der Geschmackssinn nicht nurdas andere Allgemeine am besten wahrnehmen müßte, sondernauch die Figuren am besten unterscheiden könnte. Ferner ent-hält alles Wahrnehmbare einen Gegensatz, wie z. B. in der Farbedem Schwarzen das Weiße entgegengesetzt ist, und im Geschmackdas Bittere dem Süßen; eine Figur aber ist doch einer anderenFigur nicht entgegengesetzt; denn z. B. welcher vielwinkligenFigur soll der Kreis entgegengesetzt sein? Ferner: da die Figu-ren unendlich sind, so müßten auch die Geschmäcke unendlich sein;denn warum sollte der eine Geschmack eine SinnesempfindungHervorbringen, der andere aber nicht?

Soviel also über das Schmeckbare und die Geschmacksobjekte;was die übrigen Affcktionen des Geschmacks betrifft, so ist dar-über in der Physiologie der Pflanzen besonders zu sprechen.

Fünftes Kapitel.

Vom Geruch.

Auf dieselbe Weise muß man auch den Geruch, d. h. dasRiechbare aufsassen; was nemlich im Feuchten durch das Trockenebewirkt wird, das wird auf einem andern Gebiet bewirkt durchdas sastig-Feuchte, im Wasser wie in der Lust. Als gemein-sames Merkmal legen wir diesen das Durchsichtige bei, es ist aberriechbar nicht sofern es durchsichtig ist, sondern sofern es geeignetist, saftige, schmeckbare Trockenheit abzuwaschen oder zu reinigen;denn nicht bloß in der Lust, sondern auch im Wasser ist dasElement des Geruchs. Dieß zeigt sich an den Fischen und Schal-thieren: diese riechen doch offenbar, obgleich im Wasser keine Lust