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und Bittere, sie dienen als Würze; dieß geschieht aber, um einGegengewicht hervorzubringen, weil das Süße, oben Bleibendeallzu nahrhaft wäre. — Wie aber die Farben entstehen auseiner Mischung von Weiß und Schwarz, so die Geschmäcke auseiner Mischung von Süß und Bitter. Und zwar beruht jederGeschmack auf einem Berhältniß, wodurch das Mehr und Wenigerbestimmt wird, sei es nach gewissen Zahlen und Bewegungen derMischung, sei es in unbestimmter Weise. Wo jedoch durch dieMischung eine Lustempfindung hervorgebracht wird, da liegtimmer ein Zahlenverhältniß zn, Grund. Der fettige Geschmacknun gehört zum Süßen, das Salzige und Bittere ist so ziemlichEins und dasselbe, der saure, beißende, zusammenziehende undscharfe Geschmack liegt in der Mitte. Es gibt nemlich so ziem-lich ebensoviele verschiedene Geschmäcke, als es verschiedene Farbengibt. Wir haben nun sieben Farben, wenn man, wie dieß ganzrichtig ist, das Graue als Schwarz gelten läßt: dann ist dasGelbe zum Weißen zu rechnen, wie das Fettige zum Süße»,das Rothgefürbte, das natürlich Purpurne, das Grüne, das Blauestehen in der Mitte zwischen Weiß und Schwarz, alles Andereist hieraus gemischt. Und wie das Schwarze eine Negation desWeißen im Durchsichtigen ist, so ist das Salzige und Bittereeine Negation des Süßen im nahrhaften Feuchten. Dcßhalb istauch die Asche eines verbrannten Dings immer bitter, weil dasTrinkbare vertrocknet ist.
Demokrit und die meisten Naturphilosophen, welche mit derWahrnehmung und den Sinnen sich beschäftigt haben, gehen sehrverkehrt zu Werk: sie lassen nemlich alles Wahrnehmbare tastbarsein. Allein wenn es sich so verhält, so muß ja offenbar jederSinn eigentlich ein Tastsinn sein; daß dieß aber nicht möglichist, ist leicht einzusehen. Ferner behandeln sie alles, was sümmt-lichen Sinnen gemeinsam ist, als ein Eigenthümliches; die Größenemlich, die Gestalt, das Rauhe und Glatte, das Spitzige undStumpfe au den Körpern ist den Sinnen gemeinschaftlich, oderwo nicht allen, so doch dem Gesichtssinn und Tastsinn. Deßhalbfindet auch in Beziehung auf das Gemeinsame Täuschung statt,in Beziehung ans das Eigenthümliche aber nicht, wie z. B. der
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