aussetzt: diese Beschaffenheit nehmen sie min offenbar nicht da-durch an, daß sie sie ans dem Wasser ziehen, sondern sie ver-ändern sich in der Fruchtkapsel selbst und wenn sie trocken werdenund da liegen, so werden sie mit der Zeit, anstatt süß, herbund bitter u. s. f., und wenn sie gekocht werden, so nehmen sieeigentlich alle Arten des Geschmacks an. — Ebenso undenkbarist cs, daß das Wasser eine Materie der Samen-Allheit seinsoll: wir sehen ja, daß aus Einem und demselben wie aus der-selben Nahrung verschiedene Geschmückt entstehen. — So bleibtnur noch die Annahme übrig, daß das Wasser durch irgend einevon außen kommende Affektion sich verändere. Nun ist klar,daß es nicht von der Kraft der Wärme die Potenz annimmt,welche wir Geschmack nennen; das Wasser ist nemlich das feinstevon allem Feuchten, feiner sogar als das Oel. Nur dehnt sichdas Oel weiter aus als das Wasser wegen seiner Zähigkeit,während das Wasser locker ist; deßhalb ist es auch schwerer,Wasser in der Hand zu halten als Oel. Da aber das Wasserfür sich selbst durch Warmwerden sich keineswegs verdichtet, somuß offenbar eine andere Ursache vorhanden sein; denn dasSchmeckbare hat imitier mehr Dichtigkeit; Mitursache aber ist dieWärme. — Die verschiedenen Arten des Schmeckbaren aber,welche in den Fruchthüllcn sind, sind offenbar auch in der Erde.Deßhalb finden wir auch bei vielen alten Naturphilosophen dieAnsicht, daß die Beschaffenheit des Wassers sich richte nach derBeschaffenheit des Bodens, durch welchen es fließe. Dieß zeigtsich am deutlichsten bei den salzigen Wassern'; die Salze sindnemlich eine Art Erbe. Und das Wasser, welches durch dieherbe Asche hindurchgeseiht wird, nimmt einen herben Geschmackan. Auch gibt es viele Quellen, welche theils einen herben,theils einen scharfen, theils noch irgend sonst einen Geschmackhaben. Natürlich entwickelt sich der Geschmack am meisten inden Pflanzen. Das Feuchte nemlich, wie auch sonst Alles, wirdasficirt von dem Entgegengesetzten: dieses Entgegengesetzte aberist das Trockene. Darum wird auch das Feuchte vom Feuerasficirt, denn die Natur des Feuers ist trocken. Dem Feuereigenthümlich ist das Warme, der Erde das Trockene, wie bei
Aristoteles Kleine naturw. Schriften, 3