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Die Naturwissenschaft hat auch noch zu forschen nach denersten Principien von Gesundheit und Krankheit, sofern wederGesundheit noch Krankheit stattfinden kann, wo kein Leben ist.Daher kommt es denn, daß die meisten Naturforscher und auchdiejenigen Aerzte, welche ihre Kunst in mehr philosophischer Weisebehandeln, theils aufhören mit einer Untersuchung der Heilkunde,theils diese Untersuchung beginnen mit einer naturwissenschaftlichenBegründung.
Daß nun die genannten Stücke der Seele und dem Körpergemeinsam sind, ist leicht zu sehen. Denn alles geht vor sichtheils mit sinnlicher Wahrnehmung, theils vermittelt durch die-selbe; Manches sodann stellt entweder eine Affektion der sinnlichenWahrnehmung dar oder einen Zustand derselben oder einen Schuhund Schirm oder eine Beraubung und ein Verderbniß derselben.Daß ferner die sinnliche Wahrnehmung für die Seele durch denKörper vermittelt wird, ist klar sowohl durch als ohne nähereUntersuchung. Doch über die sinnliche Wahrnehmung und überdas, was sie zum Gegenstand hat, über ihr Wesen und die Ur-sachen, weßhatb diese Bestimmtheit den lebenden Wesen zukommt,über all dieß haben wir in der Schrift von der Seele gesprochen.Den lebenden Wesen als solchen muß übrigens nothwendig sinn-liche Wahrnehmung zukommen, denn dieß ist eben das Merkmal,wodurch wir den Begriff des lebenden resp. nicht lebenden Wesensbestimmen.
Im einzelnen kommt der Tastsinn und der Geschmackssinnallen lebenden Wesen nothwendig zu, der Tastsinn aus dem inunsrer Seelenlehre angegebenen Grunds, der Geschmackssinn umder Nahrung willen: dieser letztere Sinn nemlich unterscheidetbeim Ernährungsproceß das Süße und das Herbe, in Folgedessen er jenes aufsucht, dieses flieht, überhaupt aber ist derGeschmack eine Affektion des ernährenden Organs. Die durchäußere Organe vermittelten Sinne, nemlich Geruchssinn, Gehör-sinn und Gesichtssinn, kommen den der Bewegung fähigen Wesenzu und zwar allen um der Sicherheit willen, damit sie auf
') Äs -m. II. s, III. IS.