Von der sinnlichen Wahrnehmung und dem sinnlichWahrnehmbaren.
Erstes Kapitel.
Von der sinnlichen Wahrnehmung überhaupt als einer dem Körper undder Seele gemeinsamen Funktion. Unterscheidung der einzelnen Ginnehinsichtlich ihrer Bedeutung.
Nachdem wir das Wesen der Seele an sich bestimmt undvon den Vermögen der Seele im einzelnen gesprochen haben, istnun unsere nächste Aufgabe, eine Untersuchung anznstellen überdie lebenden Wesen und überhaupt über Alles, was Leben hat;es fragt sich dabei, worin die eigenthümlichen und worin diegemeinsamen Funktionen dieser Wesen bestehen. Wir legen dabeidas über die Seele Gesagte zu Grund und indem wir nun zudem Weiteren fortgehen, fassen wir zunächst das Erste in'S Auge.
Das Wichtigste, was den lebenden Wesen sowohl gemeinsamals auch wieder eigenthümlich ist, ist offenbar der Seele unddem Körper gemeinschaftlich, wie z. B. sinnliche Wahrnehmung,Erinnerung, Zorn, Begierde und überhaupt Trieb, dazu nochLust und Unlust; dich alles kommt so ziemlich allen lebendenWesen zu. Uebcrdieß ist noch Manches allem Belebten gemein-sam, während Anderes nur einigen lebenden Wesen zukommt.Das Wichtigste hievon läßt sich in vier Paaren zusammenstellen;diese Paare sind: Wachen und Schlafen, Jugend und Alter,Einathmen und Ausathmen, Leben und Tod. Hier müssen wirnun also untersuchen, was jede? einzelne ist und welche Ursachenihm zu Grunde liegen.