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erreichen, so folgt daraus, daß auch der sich selbst Genügendeder Freundschaft bedarf.
Sechzehntes Kapitel.
Von der Zahl der Freunde.
Weiter fragt cs sich, ob man sich viele oder wenige Freundeerwerben soll? Schlechthin und für alle Fälle kann man weder
für viele noch für wenige sich entscheiden. Sind es nemlich
viele, so ist es schwierig, die Freundschaft aus Alle so zu ver-theilen, daß jeder etwas erhält. Es ist ja auch sonst unsereNatur überall schwach und unzureichend, wo es sich darum han-delt, Vieles zu erreichen. So sehen wir ja auch nicht weit,
sondern sobald wir allzu weit von dem Gegenstand entfernt
sind, so reicht das Gesicht nicht mehr aus, weil die Natur zu
schwach ist; ebenso ist es beim Gehör und den andern Sinnen,überhaupt überall. Wer es nun an Freundschaft fehlen läßt inFolge des Unvermögens, wird mit Recht Vorwürfe zu hören be-kommen und eigentlich kein Freund sein, außer etwa dem Namennach. Allein die Freundschaft will nicht so aufgefaßt sein.Ferner: wenn man viele Freunde hat, kommt man aus der Un-lust gar nicht heraus. In diesem Fall ist es ja doch natürlich,daß immer Einem von den vielen Freunden irgend ein Unfallzustößt, was dann nothwendig Unlust zur Folge hat. — Anderer-seits darf man sich auch nicht auf ganz wenige Freunde beschrän-ken, etwa auf Einen oder Zwei, sondern man muß die Zahl soeinrichten, daß sie den Verhältnissen und dem individuellen Freund-schaftstrieb entspricht.
Siebcnzehntcs Kapitel.
Von der Behandlung der Freunde.
Endlich erhebt sich die Frage, wie man sich gegen denFreund zu benehmen habe? Diese Frage kommt jedoch nichtbei jeder Art von Freundschaft vor, sondern nur da, wo die