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wenn wir die Bedenken und Fragen in's Auge fassen, die sichhier erheben mögen: z. B. ob die Freundschaft zwischen Gleichenstattfinde, wie man gewöhnlich glaubt und behauptet? Es heißtja: eine Krähe setzt sich neben die andere, und:
Immer gesellet sich Gleich zu Gleich, so lenkt eS die Gottheit ^).
Auch erzählt man, als einst ein Hund auf dem nemlichen Ziegelwiederholt schlief, habe Empedokles ans die Frage, was denn derGrund davon sei, diese Erscheinung daraus erklärt, daß derHund eine gewisse innere Aehnlichkeit mit dem Ziegel habe unddiese Aehnlichkeit hielt er also für den Grund, weßhalb derHund den Ziegel immer wieder aufsuche. Andrerseits aber istman auch wieder der Ansicht, die Freundschaft finde sich mehrzwischen Entgegengesetzten; so liebe ja die Erde den Regen, wannder Boden trocken ist, also wünsche das Entgegengesetzte Freunddes Entgegengesetzten zu sein; bei Aehnlichem dagegen sei eineFreundschaft eigentlich gar nicht möglich, denn das Gleiche be-dürfe das Gleiche nicht, und was dergleichen Gründe noch mehrsind. — Eine weitere Frage ist die, ob es schwer sei, ein Freundzu werden, oder leicht? Z. B. die Schmeichler hängen sich imAugenblick an Einen, aber sie sind auch keine wirklichen Freunde,sie scheinen es nur zu sein. — Ferner fragt es sich z. B., obder Tugendhafte ein Freund des Schlechten sein kann oder nicht?Die Freundschaft beruht ja doch auf Treue und Beständigkeit,Eigenschaften, welche dem Schlechten ganz und gar nicht zu-kommen.
Zuerst nun müssen wir bestimmen, von welcher Art dieFreundschaft ist, mit der unsre Untersuchung es zu thun hat.Es gibt nemlich, wie Manche meinen, auch eine Freundschaftmit der Gottheit und mit den leblosen Wesen. Allein dieseMeinung ist nicht richtig. Denn die Freundschaft ist nach unsrerAnsicht nur da vorhanden, wo eine Erwiderung derselben mög-lich ist. Diese Erwiderung ist aber bei einer Freundschaft mitder Gottheit nicht denkbar, wie überhaupt hier eine Freundschaft
>> vdyss, 17, SIS.